Donnerstag, 13. Jänner 2005

„Wir helfen!“ Die Helden an der Tsunami-Front: So hilft Österreich den Opfern

  • Nach der Flut: Hunderttausende haben alles verloren
  • NEWS-Lokalaugenschein im Katastrophengebiet

*** ACHTUNG !!! ***
Leider wurde im NEWS 02/05 die falsche Emailadresse der SOS-Kinderdörfer veröffentlicht. Die richtige Adresse zur SOS-Kinderdorf-Patenschaft lautet:
sos-paten@sos-kd.org

"Wir brauchen Nahrungsmittel, Kleidung, Zelte für Behelfsunterkünfte, Anlagen zur Wasseraufbereitung, Werkzeug. Ach, wir brauchen alles!“ Monsignore Anicetus Sinaga, Bischof von Aceh, sprudelt es mit sich überschlagender Stimme in Deutsch und Englisch hervor. Georg Matuschkowitz von der Caritas hört zu, notiert, diskutiert. Die Nothilfe aus Österreich ist bereits angelaufen: 20.000 Familien haben in den vergangenen zwei Wochen so genannte Family-Kits, Pakete mit Wasser, Nahrung, Seife und anderen wichtigen Artikeln des täglichen Bedarfs, erhalten. Zwei Ärzteteams sind in den betroffenen Dörfern unterwegs, um Verletzte zu versorgen. „Wir haben auch geplant, unsere langfristigen Projekte auf Sumatra auszuweiten“, erklärt Matuschkowitz. „Denn was geschieht, wenn die erste, schwierige Phase überstanden ist? Wer hilft beim Wiederaufbau der zerstörten Dörfer? Wie bringen wir die vielen Tausenden Flüchtlinge dazu, wieder in ihre Dörfer zurückzukehren?“ Kardinal Christoph Schönborn, der sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in Indonesien aufhielt, habe den österreichischen Caritas-Helfern viele Türen geöffnet „und uns mit seinem persönlichen Engagement motiviert“, betont Matuschkowitz. „Vor meiner Abreise hat er mich über drei Stunden voll über die Lage hier informiert.“

Traumatisiert. „Die Menschen hier sind total traumatisiert“, weiß Caritas-Helferin Elisabeth Czerny, der es gelungen ist, auf die indischen Andamanen zu kommen. „Viele starren ins Leere und sind kaum ansprechbar.“ In Port Said hilft sie, tausend Flutopfer täglich mit Mahlzeiten, sauberem Trinkwasser und Kleidung zu versorgen. „Die Solidarität der Bevölkerung ist beeindruckend. Freiwillige helfen bei der Essensausgabe oder spielen mit Kindern, um diese auf andere Gedanken zu bringen.“ Das Schicksal der 15.000 Flüchtlinge, die hier Zuflucht gefunden haben und in 14 Lagern untergebracht sind, sei ungewiss. „Die Fischerfamilien der Andamanen und Nikobaren stehen vor dem Nichts. Manche ihrer Inseln sind einfach verschwunden.“

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13.1.2005 14:20