Mittwoch, 12. Jänner 2005

Teil 4 der NEWS-Serie: Gesetz des Karmas

Buddhismus: Der Weg aus der Vergänglichkeit und dem stetig wiederkehrenden Leid zu Unvergänglichkeit und Glück.

Das Bild mutet gespenstisch an: Am Hauptplatz der verwüsteten Stadt Galle im äußersten Süden Sri Lankas scheint eine riesige Buddha-Statue über die zerstörten Straßenreihen zu wachen. Hier, wie in so vielen anderen verwüsteten Gegenden der Insel, überstanden solche Statuen die Katastrophe unversehrt. Für die mehrheitlich buddhistische Bevölkerung ist dies ein „Wunder“, ein Fingerzeig, wie die 29-jährige Nirupa Nilmini, eine Bewohnerin Galles, betont: „Buddha wurde verschont, was uns zeigt, dass die Flut nicht nur Leid brachte, sondern viel Böses wegnahm.“

Tod und Religion. An die 30.000 Menschen starben in Sri Lanka an den Folgen der mörderischen Tsunami-Wellen. Die Reaktion auf die Naturkatastrophe ist auch eine dramatische Einführung in den Buddhismus. Kernstück der Religion ist der Glauben an Wiedergeburt und an eine Kraft namens „Karma“, das Handlungen in diesem Leben, aber auch in anderen Leben mit den Erlebnissen einer Person, einer Familie – also auch mit Katastrophen – in Bezug setzt.

Ewiges Werden. Buddhismus ist allerdings mehr als ein über viele Leben andauernder Vergeltungsmechanismus. „Unser Glaube bedeutet auch, die Dinge als ständig in Wandlung zu begreifen, sodass nur Veränderung und Wechsel konstant sind“, erklärt der buddhistische Mönch Bhante Upratana. „Die Menschen in den heute betroffenen Regionen fragen sich nicht fassungslos nach dem Warum. Vielmehr betrachten sie ihr Los im Prisma unserer Grundlehre: dass nichts so bleibt, wie es ist, und die Krise auch ein Aufruf sein kann, künftig das Leben noch besser zu gestalten.“

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12.1.2005 15:34