Mord an Rudolph Moshammer aufgeklärt: Modezar musste wegen 2.000 Euro sterben!
- Streit um Sex-Bezahlung: 25-jähriger Iraker gestand Tat
- Ermittler Pickert: "Herr Moshammer hatte keine Chance"

·BILDER: Das war Rudolph Moshammer
Münchner Mode-Designer wurde 64 Jahre alt
·BILDER: Auch Daisy
kam zur Trauerfeier
München: Das letzte Geleit für Moshammer
·Tatort-BILDER aus München-Grünwald
Modezar Moshammer in Wohnung ermordet
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Nach nur zwei Tagen ist der Mord an dem Münchner Modemacher Rudolph Moshammer (64) aufgeklärt. Ein am Samstagabend festgenommener 25 Jahre alter Iraker hat gestanden, Moshammer in der Nacht zum Freitag in dessen Haus in München-Grünwald erdrosselt zu haben. Ursache sei ein Streit um 2.000 Euro als Bezahlung für sexuelle Handlungen gewesen, erklärte der Leiter der Soko Moshammer, Harald Pickert. Der Täter habe Moshammer ein Telefonkabel "blitzschnell" um den Hals gelegt und zugezogen. "Herr Moshammer hatte keine Chance", sagte Pickert.
Anschließend habe der 25-Jährige die Taschen seines Opfers und dessen Wohnung durchsucht. Ob er sein Opfer bestohlen hat, ist unklar. Die Polizei geht von Mord aus, bei dem "Heimtücke" und "Habgier" im Spiel gewesen seien. Gegen den Verdächtigen ist bereits ein Haftbefehl ergangen.
Der mutmaßliche Mörder des 64-Jährigen wurde auf Grund von DNA-Spuren im Haus Moshammers und in dessen Rolls-Royce überführt. Der genetische Fingerabdruck des Irakers war in der Datei des Bundeskriminalamts gespeichert. Er ist nach Auskunft von Staatsanwalt Peter Boje nicht vorbestraft, war aber im vorigen Jahr wegen eines Sexualdelikts ins Visier der Polizei geraten. Das Verfahren wurde eingestellt, doch hatte der 25-Jährige freiwillig eine Speichelprobe abgegeben. Diese war laut Boje die Grundlage für den schnellen Ermittlungserfolg im Mordfall Moshammer. Der Mann sei am Samstagabend in seiner eigenen Wohnung von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden. Er habe er keinen Widerstand geleistet.
Täter zeigte keine Reue
Der gebrochen Deutsch sprechende Iraker ist nach Erkenntnissen der Ermittler 2001 nach Deutschland gekommen, hat einen Asylantrag gestellt und besitzt eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Er arbeitete er als Koch in einem gastronomischen Betrieb in München.
Nachdem er in seiner Wohnung in München-Harras gefasst worden war, sei seine Stimmung von "Selbstmitleid" geprägt gewesen, berichteten die Ermittler. Er leide unter finanziellen Problemen und "klagt darüber, dass er sich in seinem Leben nichts leisten kann" - während andere Menschen im Luxus lebten. Er sei ein Automaten-Spieler, der "sämtliche Spielotheken in der Bahnhofsgegend abklappert". Ob er sich auch in der Stricherszene bewegt, ist unklar. "Er sagt, er ist kein Stricher", betonten die Ermittler. "Aber wir wissen nicht, aus welchem Milieu er kommt."
Daisy ist versorgt
Der verwaiste Hund des ermordeten Modeschöpfers Rudolph Moshammer, Daisy, ist versorgt. Darauf hat die Polizei ausdrücklich hingewiesen. Aus ganz Deutschland meldeten sich seit der Tat Anrufer bei der Polizei in München-Grünwald, um Daisy in ihre Obhut zu nehmen, erklärte die Polizei. Der Hund sei aber bereits von Moshammers Fahrer aufgenommen worden. Sämtliche weitere Anrufe sollten daher eingestellt werden.
Trauer in München
Vor Moshammers Laden in der Münchner Maximilianstraße brannten am Samstag Dutzende Grablichter. Immer wieder legten Passanten Blumen nieder. Viele verharrten schweigend. "Wir vermissen Dich", hieß es auf Abschiedskarten.(apa/red)
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