"Blüte-Zeit" in Österreich: Schaden durch Falschgeld in einem Jahr verdoppelt!
- Noten im Wert von 1,4 Mio aus dem Verkehr gezogen
- 100-Euro-Schein ist am häufigsten gefälschtes Geld
Der Schaden durch Falschgeld hat sich in Österreich binnen eines Jahres verdoppelt. 2004 wurden mehr als 13.000 gefälschte Banknoten im Nennwert von 1,4 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen, berichtete Nationalbank-Kassendirektor Stefan Augustin. 1.100 Stück wurden sichergestellt, ehe sie in Umlauf gebracht werden konnten, so Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt.
Als die am häufigsten gefälschte Banknote stellte sich zuletzt der 100-Euro-Schein heraus. Früher war es der Fünfziger. Die meisten "Blüten" werden nach wie vor in Wien und Niederösterreich sichergestellt - wohl bedingt durch die geographische Lage am Rand des Euro-Raums und die Anonymität der Großstadt, die es erleichtert, Falschgeld in Umlauf zu setzen, wie der Wiener Staatsanwalt Georg Krakow erklärte. Die Behörde hat am 1. Juli ein Sonderreferat zur Verfolgung aller Straftaten in diesem Zusammenhang eingerichtet, das derzeit 42 Strafverfahren führt.
Die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden wird zusehends mühsamer. Die Falschgeld-Organisationen hüten sich nach mehreren Großaufgriffen in den vergangenen Jahren mittlerweile nämlich davor, "Blüten" in großen Mengen nach Mitteleuropa zu bringen, und haben auf "Ameisenhandel" umgestellt: Täter, die Falschgeld unter die Leute bringen, haben nur wenige Scheine bei sich - entsprechend gering ist die Zahl der 1.100 im vergangenen Jahr rechtzeitig sichergestellten gefälschten Banknoten, verglichen mit 2003, als die Polizei noch 12.000 Fälschungen abfing. Dafür stieg die Zahl der Festnahmen von 117 auf 150. Weitere 918 Verdächtige wurden 2004 angezeigt.
Im BK geht man davon aus, dass Falschgeld "irgendwo im ehemaligen Jugoslawien" gebunkert wird, wie Zwettler sagte, und von dort in kleinen Tranchen nach Österreich kommt. (apa)
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