Donnerstag, 13. Jänner 2005

Leitzins weiter niedrig: Europäische Zentralbank hält Wert konstant bei 2 %

  • Experten erwarten Anhebung der Zinsen im Jahr 2005

Die Zinsen in der Eurozone verharren weiterhin auf ihrem historischen Tiefststand. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bleibt unverändert bei 2,0 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte am Nachmittag auf einer Pressekonferenz die Hintergründe erläutern. Die Leitzinsen liegen seit Juni 2003 auf konstant niedrigem Niveau.

Maßstab für die Zinspolitik der Zentralbank ist die Preisstabilität im Euro-Raum. Sie gilt als erreicht, wenn die Inflationsrate mittelfristig knapp unter 2,0 Prozent liegt. Der aktuelle Wert liegt mit voraussichtlich 2,3 Prozent im Dezember knapp darüber.

Bisher sah die EZB angesichts der langsamen konjunkturellen Erholung noch keine Veranlassung, ähnlich wie die amerikanische Notenbank Fed eine Zinswende einzuleiten und die Sätze schrittweise anzuheben. Gegen eine Erhöhung sprach bisher auch der Höhenflug des Euro im Vergleich zum Dollar. An der Sitzung am Donnerstag nahm als Gast der amtierende EU-Ratspräsident Jean-Claude Juncker teil.

Alle von Reuters befragten Bankvolkswirte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Eine leichte Mehrheit der Analysten geht von Zinserhöhungen 2005 aus, während fast jeder dritte Befragte einen gleich bleibenden Zins für das gesamte Jahr erwartet.

Die Zentralbank ließ auch den Zinskorridor für den Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 1,00 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 3,00 Prozent für Übernachtkredite. (apa)

13.1.2005 14:17