Beschluss der E-Control Kommission: Stromnetztarif wird um bis zu 20% gesenkt!
- Senkungen für Salzburg, Kärnten und Burgenland fix
- Bleibt Strom für Verbraucher dennoch gleich teuer?
Die Stromnetztarife werden in Salzburg, Kärnten, dem Burgenland sowie bei der Verbund APG im Höchstspannungsnetz per 1. Februar drastisch um insgesamt 45 Mio. Euro gesenkt. Dies hat die E-Control Kommission am Mittwoch beschlossen.
Die Spanne der Reduktion auf Haushaltsebene reicht von 9,19 Prozent in Salzburg bis zu 20,85 Prozent im Burgenland, wie E-Control-Chef Walter Boltz am Nachmittag erklärte. In Kärnten liegen die Absenkungen für Haushaltskunden bei 12,86 Prozent. Dies sei ein für die Energiekonsumenten erfreuliches Ergebnis. Bisher hat es in Österreich Netztarifsenkungen im Ausmaß von 260 Mio. Euro gegeben.
Salzburg, Kärnten und Burgenland sind die ersten Bundesländer dieser Überprüfungs-Runde der E-Control. Alle weiteren Netzgebieten würden derzeit durchleuchtet. Hier hofft Boltz auf ein Ergebnis noch in der ersten Jahreshälfte 2005.
Salzburg AG will Preis nicht senken
Die Salzburg AG wird auch nach der verordneten Senkung der Stromnetztarife den Gesamtstrompreis stabil halten. Auf Grund der erheblich gestiegenen Beschaffungskosten sehe sich das Unternehmen "gezwungen", den Energiepreis um jenen Anteil anzuheben, um den die Netzkosten sinken. "Am Gesamtpreis ändert sich nichts", teilt die Salzburg AG am Mittwochabend mit.
Mit der Entscheidung der E-Control Kommission, die Stromnetztarife in Salzburg per 1. Februar um gut 10 Prozent zu senken, komme es lediglich zu Veränderungen in der inneren Struktur der Salzburg AG-Strompreise, heißt es.
Kelag will klagen
Der Kärntner Stromversorger Kelag wird gegen die verordnete Senkung beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) klagen. Auch die Kärntner wollen wie die Salzburg AG die Strompreise trotz verordneter Netztarifsenkung unverändert lassen.
"Wir müssen die heute beschlossene Senkung der Netztarife zwar umsetzen, werden die Verordnung aber bekämpfen und eine Klage beim Verfassungsgerichtshof einbringen", kündigte Kelag-Vorstandsdirektor Hermann Egger am Mittwochabend an.
Leitl fordert billigere Tarife für Endkunden
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl begrüßt die Senkung der Stromnetztarife und fordert die heimische Stromwirtschaft zugleich eindringlich auf, die niedrigeren Durchleitungstarife an die Endkunden weiterzugeben. Darin sehe er nun eine der Hauptaufgaben der Politik, betonte Leitl am Mittwochabend. "Es hat sich gelohnt", so Leitl. "Strom muss jetzt billiger werden!".
"Es kann nicht sein, dass, wie dies in der Vergangenheit passiert ist, die Energieversorger auf Kürzungen der Netztarife mit entsprechenden Erhöhungen des Energiepreises reagieren", meinte Leitl.
(apa/red)
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