Überraschende Personalrochade bei der Asfinag: Vorzeitiger Abgang von Chef Hecke
- "Auffassungsunterschiede" Grund für den Rückzug
- Mautspezialist Newole als Nachfolger gehandelt
Der Chef der Autobahnen- und Schnellstrassen-Finanzierungs AG (Asfinag), Walter Hecke (57), muss nach Differenzen vorzeitig gehen. Erst im September 2001 für den Job von der VP-FP-Regierung bestellt, muss er nach nur dreieinhalb Jahren im Jänner 2005 seien Abschied nehmen, obwohl sein Vertrag bis zum September 2006 laufen würde. Als Grund nannte sowohl Hecke als auch der Vorsitzende des Asfinag-Aufsichtrates, Johann Quendle, "unüberbrückbare Differenzen".
"Ich bin unter Voraussetzungen wie Dienstleistungsorientierung und Kapitalmarktfähigkeit angetreten. Das hat sich mittlerweile geändert, weshalb es Zeit ist, Konsequenzen zu ziehen", wird Hecke vom "WirtschaftsBlatt" zitiert.
Als Nachfolger wird der Mautspezialist Peter Newole gehandelt, schreibt die "Presse" in ihrer Donnerstagsausgabe.
Der Vertrag von Hecke, der kurzzeitig auch als ÖBB-Chef gehandelt wurde, liefe noch bis September 2006. "Es werden derzeit Gespräche zwischen Hecke und Asfinag-Aufsichtsratsvorsitzendem Johann Quendler über eine Vertragsauflösung mit Ende Jänner geführt", so ein nicht genannt werden wollendes Mitglied des Kontrollgremiums .
Zum Verhängnis geworden seien Hecke gleich mehrere Vorkommnisse: So habe es in den vergangenen Monaten nicht nur große Differenzen mit Quendler über die Übernahme des Mautbetreibers Europpass gegeben, auch hinsichtlich Public-Private-Partnership-Modellen habe Hecke eigene Wege verfolgt, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Zudem sei es ein offenes Geheimnis gewesen, dass zwischen den drei Asfinag- Vorständen die Chemie nicht gestimmt habe.
Politisch angekreidet worden sei ihm wiederum, dass er sich zur möglichen Einführung einer kilometerabhängigen Pkw-Maut "weit hinausgelehnt" habe. Vor allem aber sein Verhalten bei der Bewerbung um den Job des ÖBB-Chefs im Herbst sei nicht goutiert worden, schreibt das "WirtschaftsBlatt".
Ein Treffen mit Gorbach im Dezember, bei dem "Missverständnisse ausgeräumt" werden sollten, habe offenbar nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Deshalb strebe Hecke jetzt selbst "eine Lösung im beiderseitigem Einvernehmen" an.
(apa/red)
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