Dienstag, 11. Jänner 2005

Personalabbau bei den Bundesbahnen: Gespräche in der entscheidenden Phase

  • Entscheidung soll noch im ersten Quartal 2005 fallen
  • Personalchef Franz Nigl wartet auf politische Vorgaben

Der geplante weitere Personalabbau bei den ÖBB geht in die entscheidende Phase: Im 1. Quartal 2005 will ÖBB-Personalchef Franz Nigl klären, wie viele Mitarbeiter auf welche Art aus dem Unternehmen ausscheiden sollen, eine entsprechende Betriebsvereinbarung liege bereits vor. Frühpensionierungen seien dabei "das letzte Mittel", so Nigl am Dienstag auf APA-Anfrage. Wieviele ÖBBler lieber früher in die Pension gehen als sich mit einer ansehnlichen Abfertigung ("Golden Handshake") den Abgang versüßen zu lassen, könne man derzeit noch nicht sagen.

Nigl hofft jedenfalls, dass sich für das Abfertigungsmodell einen "erkleckliche Anzahl" entscheidet. Ein am 23. Dezember 2004 unterzeichneter Sozialplan sieht vor, dass unkündbare Mitarbeiter, die freiwillig aus dem Unternehmen ausscheiden, eine Abfertigung von durchschnittlich 60.000 bis 70.000 Euro erhalten. Die weiteren Alternativen wären das Verleasen der ÖBB-Bediensteten an Privatunternehmen, die Rückverlagerung von ausgelagerten Bereichen in die ÖBB, Umschulungen und krankheitsbedingte Pensionierungen.

Dass er für Frühpensionierungen von Seiten der Politik den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen könnte, fürchtet Nigl nicht. Er sieht Vorstand und Aufsichtsrat der Bundesbahn hinter sich. Außerdem müsse die Politik eine andere Regelung finden, wenn sie Frühpensionierungen von unkündbaren Mitarbeitern nicht haben möchte. Schließlich beruhe der Businessplan der ÖBB auf "politischen Vorgaben", an denen das Management gemessen werde.

Wieviele Mitarbeiter die ÖBB brauche, hänge schließlich nicht zuletzt von den politischen Vorgaben ab - wie zum Beispiel der Zahl der gewünschten Nebenbahnen. Es bringe jedenfalls nichts, so viele Mitarbeiter einzusparen, dass darunter das Service leide und die Kunden ausbleiben, betonte Nigl. (apa)

11.1.2005 13:12