Montag, 10. Jänner 2005

Spendenfreudige Österreicher: 2004 wurden 400 Mio. Euro locker gemacht

  • Seit 2001 wurde jedes Jahr eine Steigerung registriert
  • Schweizer & Deutsche bei Spenden noch großzügiger

Die Österreicher spendeten im Vorjahr knapp 400 Millionen Euro. Dabei handelt es sich nach Angaben des österreichischen Instituts für Spendenwesen und von market um eine vorläufige Zahl. Jedenfalls habe sich gezeigt, dass die Österreicher in den vergangenen Jahren spendenfreudiger geworden sind. 2001 lag die Gesamtzahl der privaten Spenden noch bei knapp 240 Millionen Euro, sie stieg 2002 auf 308 Millionen, erhöhte sich 2003 auf rund 360 Millionen und erreichte im abgelaufenen Jahr knapp 400 Millionen Euro.

Dass die Bewohner der Alpenrepublik "Spendenweltmeister" sind, wird laut Angaben des "Österreichischen Spendengütesiegels" zurückgewiesen. Dabei geht diese Organisation allerdings davon aus, dass es im Jahr 2000 statt der 270 Millionen Euro an Privatspenden mit 494 Millionen fast das Doppelte gegeben habe. Trotzdem würden Schweizer und Deutsche im Durchschnitt mehr als doppelt so viel für Spenden ausgeben als die Österreicher. Und auch beim Anteil am Bruttoinlandsprodukt heißt es, dass der Österreichwert mit 0,24 Prozent hinter dem der Schweiz mit 0,30 und Deutschlands mit 0,31 Prozent zurück liege.

Was die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden betrifft, zeigt ein Vergleich der "alten" 15 EU-Staaten, dass es in praktisch allen Ländern Höchstgrenzen sowohl von Individual- als auch von Unternehmensspenden gibt, wobei bei einem Überschreiten der entsprechenden Grenze in manchen Ländern in einem Jahr getätigte Spenden über mehrere Jahre verteilt abgesetzt werden können, beispielsweise in Spanien und Frankreich. Zum Teil existieren des weiteren Regelungen über ein Mindestspendenniveau, das erreicht werden muss, um Spenden steuerlich geltend machen zu können (beispielsweise in Dänemark, den Niederlanden oder Belgien". Daneben werden auch mehrjährige Spendenverträge besonders steuerlich gefördert (Großbritannien, Dänemark, Niederlande).

In einigen Ländern seien die Regelungen zur steuerlichen Geltendmachung von Spenden in den letzten Jahren modifiziert worden. Dabei geht der Trend durchgängig in Richtung einer Erweiterung bzw. Erleichterung der steuerlichen Absetzbarkeit. Einschlägige rechtliche Adaptierungen gab es zuletzt in Deutschland, Großbritannien, Irland oder auch Frankreich.

Auch in den "neuen" EU-Mitgliedsländern existieren Mechanismen der steuerlichen Förderung von Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen. Hervorzuheben sind die "Prozentregelungen", welche in Ungarn, der Slowakei, Polen und Litauen zur Anwendung kommen. Einkommenssteuerpflichtige Personen bzw. zum Teil auch steuerpflichtige Unternehmen können dabei einen gewissen Prozentsatz ihrer Steuerschuld für gemeinnützige Organisationen zweckwidmen. Ein sehr ähnliches System gilt ab heuer auch in Rumänien. (apa/red)

10.1.2005 15:00