Donnerstag, 13. Jänner 2005

Wirbel bei Sturm Graz: Kartnig will Heinz Schilcher zu General-Manager "befördern"

  • Kaderspieler forderten in Brief Ablöse des Managers
  • Präsident will Schilcher in höhere Position "wegloben"

Bei Österreichs Fußball-Ex-Meister Puntigamer Sturm Graz zeichnet sich eine Personal-Rochade ab. Für Heinz Schilcher, der seit Ende 1992 als Manager des steirischen Traditionsvereins arbeitet, soll eine neue Position gefunden werden. "Ich mache ihm zum neuen General-Manager", bestätigte Sturm-Präsident Hannes Kartnig.

Grund für die "Beförderung": 25 Sturm-Spieler haben in einem unterschriebenen Brief an Kartnig die Ablöse von Schilcher gefordert. Doch da will der Vereinschef nicht mitmachen. "Das stört mich. Nach 14 Jahren lasse ich mir den Heinz nicht abschießen", so der Präsident. Doch im selben Atemzug gab der "Big Boss" zu: "Er ist ausgepowert und hat sich mit der Mannschaft auseinander gelebt. Deshalb suche ich einen neuen Teammanager."

Heinz Schilcher also in Zukunft General-Manager wie Toni Polster beim Budget-Krösus FK Austria Magna? "Wenn der Erfolg nicht da ist, dann macht sich eben eine Müdigkeit breit", gesteht Kartnig, der selbst bereits wiederholt Rücktrittsgedanken geäußert hatte. Frei nach Jörg Haider ("Ich bin schon weg") aber sitzt der einstige Sonnenkönig des SK Sturm noch immer im Sattel: "So lange keiner das Geld hergibt und mich ablöst, werde ich wohl Präsident bleiben."

Seit der Ablöse des einstigen Erfolgstrainers Ivan Osim (laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Graz bekommt der Bosnier von Sturm 173.822 Euro wegen seinem Rücktritt nach Mobbing von Seiten Kartnigs) fehlte Schilcher bei den Schwarz-Weißen sein kongenialer Partner. Zwar sind jene glorreichen Zeiten, als das Duo Schilcher - Osim Sturm bis in die Champions League-Zwischenrunde geführt hatten, unvergessen, doch nun zeichnet sich für den Manager ein Wechsel auf die "Ersatzbank" ab.

13.1.2005 10:35