Dienstag, 18. Jänner 2005

Jubel, Trubel, Heiterkeit in Mattersburg: Burgenländer erstmals Hallen-Champion

  • Änderungen für nächstes Jahr werden angedacht
  • Polster legt Bekenntnis zum Stadthallen-Turnier ab

38.500 Zuschauer (Schnitt: 7.700/2004: 7.950), 136 Tore (4,85/2004: 6,67) und eine Premiere durch SV Mattersburg - das ist die Kurzbilanz des siebenten T-Mobile-Hallencups in Wien. So weit die jüngste Vergangenheit des traditionellen Stadthallen-Turniers. Über die Zukunft des Parkett-Fußballs wird jetzt diskutiert. Projektleiter Heinz Palme und Bundesliga-Vorstand Georg Pangl wollen darüber in den nächsten Wochen und Monaten mit den Protagonisten über Änderungen reden.

Vor allem die personelle Besetzung des FK Austria Magna, der mit drei Ausnahmen (Safar, Papac und Kitzbichler) durchwegs Amateure aufbot, sorgte unter den Fans und den Rivalen für Kopfschütteln. Am Montag kam vom neuen starken Mann der Violetten ein klares Bekenntnis zum Hallen-Kick. "Wir sind daran interessiert, dass das Turnier weiter lebt. Grundsätzlich sollen auch immer die Besten spielen", sagte General Manager Toni Polster.

Er bat aber gleichzeitig auch um Verständnis für die heurige, spezielle Situation, die mit der starken Belastung der Akteure mit Länderspielen, UEFA-Cup-Spielen, Meisterschaft und Cup gegeben wäre. "Wir mussten flexibel reagieren, der Feldfußball, die Gesundheit und die Regeneration unserer Spieler gehen vor, zwei Wochen Urlaub im Jahr sind zu wenig", meinte Polster, der sich für eine Lösung der Problematik in einer der nächsten Bundesliga-Sitzungen gesprächsbereit zeigt.

Spieler müssen nicht an allen Tagen spielen
Palme und auch Bundesliga-Vorstand Georg Pangl schwebt ein Vorschlag bereits vor. Dieser sieht vor, dass eine gewisser Teil jener Spieler, die im Herbst die Freiluft-Saison bestritten haben, auch unter dem Dach spielen sollten. "Ein und derselbe Mann muss dabei gar nicht an allen Tagen spielen, es könnte gewechselt werden", deutete Palme an. Rapid-Trainer Josef Hickersberger denkt in eine ähnliche Richtung.

"Es muss eine Regelung gefunden werden, dass nicht reine Amateur- oder Jugend-Mannschaften spielen, ein gewisser Prozentsatz der T-Mobile-Bundesliga-Spieler muss dabei sein", sagt der Ex-Teamchef, der dem verlorenen Endspiel gegen die Mattersburger ein wenig nachtrauerte. "Natürlich hätten wir wieder gerne gewonnen. Erst recht, wenn man im Finale ist, aber die Mattersburger waren über das gesamte Turnier die Stärksten, haben alle Spiele gewonnen."

Trotzdem ist "Hicke" mit seinen Schützlingen, die mit Ivanschitz und Kincl den Hallen- bzw. Schützen-König stellten, zufrieden. Das Scheitern im Finale würde keine Auswirkungen auf das Frühjahr haben. "Rückschlüsse auf den Ausgang der Meisterschaft zu ziehen, wäre völlig falsch. Weh tut ihm nur der Ausfall von Neuerwerbung Valachovic (Wadenbeinbruch). Ersatz für den Verteidiger gibt es keinen. "Unsere wirtschaftliche Vernunft ist größer als unsere finanzielle Möglichkeit."

Premiere für Mattersburg
Jubel, Trubel, Heiterkeit herrscht hingegen im Lager von SV Mattersburg. Die Burgenländer, die unter Neo-Trainer Franz Lederer in 13 Spielen 13 Siege (fünf im Freien, acht in der Halle) feierten, trugen sich ohne einzigen schwarzen Fleck erstmals in der 46-jährigen Stadthallen-Geschichte in die Siegerliste ein. "Dass wir so sicher gewinnen würden, haben wir nicht gedacht. Wir sind ja keine Super-Technicker, aber wir haben sehr gut gespielt, Einsatz gezeigt und Spaß gehabt", sagte Ex-Rapilder Rene Wagner.

Jeder Triumph ist für den Stürmer positiv, überbewerten wollte er den Hallen-Cup aber auch nicht. "Draußen wird ganz anderer Fußball gespielt, für die Psyche ist dieser Erfolg aber super", meint der Mann mit acht Jahren Rapid-Vergangenheit. Auf der Welle wollen die "kleinen Grünen", die auf dem Parkett die Größten waren, möglichst lange schwimmen. Wagner hob den neuen Trainer hervor: "Er hat wieder positive Stimmung reingebracht, wir sind alle viel ruhiger und konzentrierter geworden." (apa/red)

18.1.2005 16:45