Montag, 31. Jänner 2005

Kein WM-Flair: Veranstalter in Bormio kämpfen mit großen Anlaufschwierigkeiten

  • Organisatoren reagieren und reduzieren die Preise
  • Viele Pannen: Stromausfall bei der ersten Siegerehrung

Die Veranstalter der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Bormio kämpfen mit Anlaufschwierigkeiten. Wenige Zuschauer, wenig WM-Flair und technische Pannen prägten das Bild, das sich den WM-Besuchern am ersten Wettkampfwochenende bot. Die Organisatoren haben nun reagiert und als erste Maßnahme die überzogenen Ticketpreise nach unten revidiert.

Die offizielle Zuschauerzahl beim Auftaktrennen (Herren-Super-G) betrug gerade einmal 2.500. Ein Blick auf die Eintrittspreise erklärt einiges: Für den Super G am Samstag mussten die Skifans für einen Platz entlang der Strecke 35 Euro bezahlen, ein Sitzplatz auf der großen Haupttribüne kostete sogar 130 Euro! Für die Abfahrt und den Slalom der Herren wären für ein Tribünenticket ursprünglich sogar 170 Euro hinzublättern gewesen. In einer Sitzung wurde am Montag aber beschlossen, die Eintrittspreise deutlich zu reduzieren.

Dieselbe Zuschauer-Problematik wie in Bormio, nur noch verschärfter, präsentierte sich dann auch am bei den Damen in Santa Caterina. Da es im Damen-Ort auf Grund des engen Zielraumes fast keine Stehplätze gibt, waren dort beinahe ausschließlich Tribünentickets - ebenfalls 130 Euro für sieben zu sehende Fahrsekunden - zu haben. Das mussten auch die Fanclubs Dorfmeister und Götschl nach rund zehnstündiger Anreise zur Kenntnis nehmen, ehe Dorfmeister-Vater Josef nach zähen Verhandlungen mit Hilfe der Fanclub-Ausweise doch noch einen Freundschaftspreis für die ÖSV-Anhänger präsentiert bekam.

Verkehrschaos schlug zu
Nicht zu lösen ist hingegen das im Vorfeld auch von FIS-Boss Gianfranco Kasper befürchtete Verkehrschaos, das vor allem S. Caterina betrifft. Die Zuschauer müssen nach überwundenem Stau - die Gassen zwischen Bormio und S. Caterina lassen teilweise Platz für gerade einmal ein Auto - bis zu zwei Kilometer am Zielstadion vorbeifahren, um einen öffentlichen Parkplatz zu erreichen. Von dort geht es dann per Ski-Bus wieder zurück zum Stadion.

Die bisher auffälligste Panne passierte aber bei der ersten Siegerehrung am Samstagabend auf dem Zeremonienplatz von Bormio. "Auf einmal war alles dunkel", berichtete Gold-Gewinner Bode Miller vom Stromausfall. Die Top-Sechs des Rennens, darunter auch die Österreicher Walchhofer, Raich und Maier mussten minutenlang in der Kälte warten, ehe dann doch noch die US-Hymne zu Ehren des Siegers gespielt werden konnte.

Benni Raich, im Super G Dritter, wollte aber noch kein voreiliges Urteil fällen. "Natürlich fehlt noch ein wenig die WM-Atmosphäre, aber das wird schon noch werden. Warten wir einmal ab und geben wir ihnen eine Chance. Rein sportlich gesehen ist es nämlich eine mehr als würdige WM - und das ist für uns Sportler ja das wichtigste." (apa/red)

31.1.2005 13:10