Platz drei für Benni Raich im Slalom: Sieg in Wengen geht an den Deutschen Vogl
- Miller out - Raich macht im Weltcup wieder Boden gut
- Erster Slalom-Sieg der DSV-Herren seit über 14 Jahren
·Doppelsieg beim Klassiker in Wengen
Walchhofer gewinnt Abfahrt
vor Gruber, Maier Vierter
·Wengen: Raich-Sieg
in der Kombination
Kjus 2., Maier 9., Miller im Slalom ausgeschieden
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Der Aufschwung der deutschen Ski-Herren hat sich am Sonntag eindrucksvoll fortgesetzt. Der 32-jährige Alois Vogl hat den Slalom-Klassiker in Wengen gewonnen und für den ersten Slalom-Erfolg der vom Österreicher Werner Margreiter trainierten DSV-Herren seit 8. August 1990 gesorgt. Damals hatte Peter Roth in Mount Hutt/Neuseeland gewonnen. Für die jahrelang in der Versenkung verschwunden gewesenen deutschen Herren war es bereits der zweite Sieg im WM-Winter nach dem Abfahrts-Triumph von Max Rauffer am 18. Dezember in Gröden.
Vogl, der seinen ersten Weltcup-Erfolg feierte, siegte vor dem kroatischen Weltmeister Ivica Kostelic (+0,21 Sekunden) sowie den beiden Österreichern Benjamin Raich (0,46) und Manfred Pranger (0,60). Pranger verbesserte sich mit Laufbestzeit im Finale vom 15. auf den vierten Platz. Der Salzburger Kurt Engl wurde Siebenter. Die ÖSV-Asse Rainer Schönfelder und Mario Matt schieden im ersten Durchgang aus, Gesamt-Weltcup-Leader Bode Miller (USA) und Kalle Palander (FIN) scheiterten im zweiten Lauf. Halbzeit-Leader Thomas Grandi (CAN) rutschte im Finale aus, kletterte zurück und wurde nur 23.
Um den Überraschungssieg von Vogl hatte es zunächst kurz Verwirrung gegeben. Der "Schnellste" Giorgio Rocca fädelte nämlich im oberen Teil ein, fuhr aber mit Bestzeit ins Ziel. Der Italiener wurde jedoch gemäß dem FIS-Reglement im Nachhinein disqualifiziert. "Ich habe das alles am Anfang gar nicht mitgekriegt. Mit etwas Verzögerung bin ich jetzt aber überwältigt. Ich bin am Ziel meiner Träume", freute sich Vogl, dessen bis Sonntag bestes Weltcup-Resultat der dritte Rang im Flachau-Slalom am 22. Dezember 2004 gewesen war.
Vogls Tiroler Trainer Margreiter, der in den 90er Jahren die ÖSV-Herren zur "Ski-Macht" geformt hatte, schwimmt damit weiterhin auf der Erfolgswelle. "Wir sind anscheinend auf dem richtigen Weg. Ein wenig überraschend kommt das aber schon, dass wir heuer schon gewinnen. Alois Vogl fährt derzeit selbstbewusst und selbstsicher, das hat den deutschen Herren in den vergangenen Jahren gefehlt."
"Super-Werbung für den Skisport"
Hans Pum wurmte zwar die im unteren Teil vergebene Siegchance von Benni Raich, der ÖSV-Alpinchef freute sich aber auch über die "Super-Werbung für den Skisport" durch Sieger Vogl. "Dass ist auch für Kitzbühel optimal", glaubt Pum, dass "Kitz" nun mehr denn je von deutschen Fans gestürmt werden wird.
Zwei Tage nach dem Kombi-Sieg in Wengen kletterte Raich neuerlich aufs Podest und verkürzte den Rückstand im Gesamt-Weltcup auf Leader Miller wieder auf 198 Punkte. Der Pitztaler hatte am Samstag die Abfahrt ausgelassen und sich mit lockerem Regenerationstraining für den Slalom fit gemacht. Lediglich ein unsicherer Ritt im unteren Teil verhinderte dann den vierten Sieg Raichs im Wengen-Slalom nach 1999, 2001 und 2004.
"Ein dritter Platz ist nicht schlecht, ich muss zufrieden sein. Über den letzten Hügel vor dem Ziel bin ich zu hart gefahren", analysierte der 26-Jährige, der zur Aufholjagd auf Miller meinte: "Das ist interessant für die Zuschauer, aber für mich zählt nur, dass ich gute Rennen mache."
Eine tolle Aufholjagd gelang im Finale Manfred Pranger. "Das war ein Traumlauf", meinte der Tiroler nach dem zweiten Durchgang, der von ÖSV-Coach Gert Ehn gesteckt worden war. Zweitschnellster im zweiten Durchgang war mit Engl, der am Sonntag seinen 26. Geburtstag feierte, ebenfalls ein Österreicher. "Den ersten Durchgang habe ich ein bisschen verschlafen, dafür war ich im zweiten Lauf teilweise am Limit", betonte der Salzburger. (apa/red)
Endstand Weltcup-Slalom in Wengen:
| 1. | Alois Vogl | GER | 1:35,38 Min. |
| 2. | Ivica Kostelic | CRO | +0,21 Sek. |
| 3. | Benjamin Raich | AUT | +0,46 |
| 4. | Manfred Pranger | AUT | +0,60 |
| 5. | Markus Larsson | SWE | +0,71 |
| 6. | Giancarlo Bergamelli | ITA | +0,78 |
| 7. | Kurt Engl | AUT | +0,92 |
| 8. | Silvan Zurbriggen | SUI | +0,93 |
| 9. | Akira Sasaki | JPN | +1,06 |
| 10. | Patrick Biggs | CAN | +1,12 |
| 11. | Manfred Mölgg | ITA | +1,28 |
| 12. | Tom Rothrock | USA | +1,32 |
| 13. | Hannes Paul Schmid | ITA | +1,38 |
| 14. | Cristian Deville | ITA | +1,39 |
| 15. | Martin Marinac | AUT | +1,40 |
| 16. | Truls Ove Karlsen | NOR | +1,43 |
| 17. | Daniel Albrecht | SUI | +1,52 |
| 17. | Johan Brolenius | SWE | +1,52 |
| 19. | Andre Myhrer | SWE | +1,59 |
| 20. | Jean-Pierre Vidal | FRA | +1,72 |
| 21. | Pierrick Bourgeat | FRA | +1,75 |
| 22. | Martin Hansson | SWE | +1,86 |
| 23. | Thomas Grandi | CAN | +3,07 |
| 24. | Erik Schlopy | USA | +4,60 |
| 25. | Bernard Vajdic | SLO | +20,01 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang: u.a. Mario Matt (AUT), Martin Kroisleitner (AUT), Rainer Schönfelder (AUT), Reinfried Herbst (AUT), Andreas Omminger (AUT), Felix Neureuther (GER), Hans-Petter Buraas (NOR)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Bode Miller (USA), Kalle Palander (FIN), Kentaro Minagawa (JPN), Mitja Dragsic (SLO)
Nachträglich disqualifiziert: Giorgio Rocca (ITA)
