Doppelsieg am Lauberhorn: Weltmeister Walchhofer triumphiert in Wengen-Abfahrt!
- Gruber wird Zweiter vor Miller und Maier, Franz Fünfter
- Michael Walchhofer: "Das war ein echt wilder Ritt!"
·Wengen: Raich-Sieg
in der Kombination
Kjus 2., Maier 9., Miller im Slalom ausgeschieden
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Weltmeister Michael Walchhofer hat zwei Wochen vor Beginn der alpinen Ski-WM in Bormio (29.1.-13.2.) den Bann gebrochen und nach fünf Podestplätzen (ein zweiter sowie vier dritte Ränge) in dieser Abfahrtssaison endlich seinen ersten Sieg in der Königsdisziplin gefeiert. Der Salzburger gewann am Samstag auf der 4.465 m langen, klassischen Lauberhorn-Strecke in Wengen 9/100 Sekunden vor seinem Tiroler Teamkollegen Christoph Gruber sowie 18/100 vor Bode Miller, der damit seinen Vorsprung im Gesamtweltcup auf den pausierenden Tiroler Benjamin Raich wieder auf 258 Punkte ausbaute.
Der US-Amerikaner durchbrach als Dritter als Einziger die ÖSV-Phalanx, denn mit Hermann Maier und Werner Franz auf den Rängen vier und fünf landeten noch zwei weitere Österreicher in den Top Fünf. Klaus Kröll wurde Zehnter, der Steirer Johann Grugger, der zuletzt in Bormio und Chamonix gewann, bei seinem Lauberhorn-Debüt unmittelbar hinter Olympiasieger Fritz Strobl 13. Und Thomas Graggaber, der sich diese Woche mit seinem Super-G-Europacup-Sieg in Bad Kleinkirchheim für Wengen empfohlen hatte, fuhr mit Platz 15 sein bestes Weltcup-Resultat ein. Damit kamen acht von neun gestarteten ÖSV-Läufern in die Top 15!
"Ein wilder Ritt"
"Das war ein echt wilder Ritt", meinte Walchhofer, der zuvor in diesem Winter bereits den Super G in Gröden für sich entschieden hatte, nach seinem insgesamt vierten Weltcupsieg, dem zweiten in der Abfahrt nach Lake Louise am 29. November 2003. "Ich war vor dem Start sehr angespannt, weil ich schon beim Rauffahren mit dem Lift daran gedacht habe, dass es heute Zeit für den ersten Sieg in der Abfahrt ist, und mir damit selbst Druck gemacht habe. Gott sei Dank bin ich trotzdem gut gefahren, das war im Hinblick auf Kitzbühel und die WM unheimlich wichtig", betonte der 29-Jährige, der seinen Vorsprung auf Miller im Abfahrtsweltcup auf 53 Zähler vergrößerte.
"Unter der Fahrt mit Geschwindigkeiten von teilweise über 150 km/h habe ich mich immer wieder mit den Worten 'Gib alles!' ermahnt. Und da es mir den Ski mehrmals stark verschlagen hat, wusste ich, dass ich schnell sein muss. Unten habe ich dann Milch geben müssen, denn da habe ich schon gespürt, dass ich zuletzt mit den Slaloms und der Kombination viele Rennen gefahren bin. Aber Gott sei Dank habe ich es ins Ziel gebracht. Und dass der Christoph Zweiter geworden ist, taugt mir!"
Gruber war bereits am Vortag in der Kombiabfahrt hinter Walchhofer Zweiter geworden. "Ich hatte heute einige Fehler, speziell bei der Anfahrt beim Hundsschopf", erklärte der Tiroler, der im oberen Teilstück bis zur ersten Zwischenzeit bereits 49/100 auf den Sieger verloren hatte, nach seinem ersten Podestplatz in einer Weltcup-Abfahrt. "Aber ich habe gemerkt, dass der Ski gut geht und dann gekämpft bis zum Umfallen. Deshalb war ich nach der Zieldurchfahrt komplett fertig."
"Mit der Bremse gefahren"
So wie für Gruber war auch für Franz an diesem Tag der Sieg möglich, doch während der Tiroler oben die entscheidende Zeit verlor, ließ der Kärntner seinen zweiten Sieg nach Val d'Isere im Ziel-S liegen. "Oben am Start haben sie im Schweizer Fernsehen anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums der Skirennen in Wengen auch alle Stürze gezeigt. Und da habe ich mich dann an den tödlichen Sturz von Gernot Reinstadler 1991 erinnert", berichtete Franz. "Deshalb hat es dann, wie ich ins Ziel-S eingefahren bin, Klack g'macht und ich bin nicht mehr Vollgas, sondern mit der Bremse gefahren."
Maier hatte dagegen bereits oben zu viel Rückstand aufgerissen. "Dabei war das ja früher einmal mein Teil. Doch ich habe dort eine Kurve verpasst und bin raus in den Gatsch gekommen", analysierte der "Herminator", der noch immer nicht die perfekte Abstimmung zwischen Ski und Schuh gefunden hat. "Mit der Fahrt im unteren Abschnitt bin ich zwar hochzufrieden, vor allem das Ziel-S habe ich sehr gut erwischt, doch ich habe noch immer nicht ganz das Richtige unter den Füßen. Es müssen aber nur noch Kleinigkeiten perfektioniert werden." (apa/red)
Endstand der Abfahrt in Wengen:
| 1. | Michael Walchhofer | AUT | 2:27,05 Min. |
| 2. | Christoph Gruber | AUT | +0,09 Sek. |
| 3. | Bode Miller | USA | +0,18 |
| 4. | Hermann Maier | AUT | +0,62 |
| 5. | Werner Franz | AUT | +0,72 |
| 6. | Kurt Sulzenbacher | ITA | +1,11 |
| 7. | Peter Fill | ITA | +1,14 |
| 8. | Alessandro Fattori | ITA | +1,26 |
| 8. | Lasse Kjus | NOR | +1,26 |
| 10. | Klaus Kröll | AUT | +1,38 |
| 11. | Kristian Ghedina | ITA | +1,48 |
| 12. | Fritz Strobl | AUT | +1,60 |
| 13. | Johann Grugger | AUT | +1,72 |
| 14. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | +1,93 |
| 15. | Thomas Graggaber | AUT | +1,96 |
| 16. | Silvan Zurbriggen | SUI | +1,97 |
| 17. | Patrik Järbyn | SWE | +2,05 |
| 18. | Finlay Mickel | GBR | +2,13 |
| 19. | Bjarne Solbakken | NOR | +2,21 |
| 20. | Aksel Lund Svindal | NOR | +2,29 |
| 20. | Bruno Kernen | SUI | +2,29 |
| 22. | Jürg Grünenfelder | SUI | +2,34 |
| 23. | Ambrosi Hoffmann | SUI | +2,35 |
| 24. | Marco Büchel | LIE | +2,36 |
| 25. | Mario Scheiber | AUT | +2,56 |
| 26. | Manuel Osborne | CAN | +2,58 |
| 27. | Max Rauffer | GER | +2,79 |
| 28. | Erik Guay | CAN | +2,81 |
| 29. | Yannick Bertrand | FRA | +3,02 |
| 30. | Florian Eckert | GER | +3,04 |
Ausgeschieden: Didier Defago (SUI), Roland Fischnaller (ITA)
