Radsport: Jan Ullrich will mit dem "bestem Team der Welt" noch einen Toursieg
- Deutscher Ex-Sieger: "Will es noch einmal wissen"
- Ein Start von Lance Armstrong ist weiter ungewiss
Noch bis 23. Jänner hat der laut Kapitän Jan Ullrich "beste Rad-Rennstall der Welt", das T-Mobile Team, auf Mallorca seine Zelte aufgeschlagen. Und alles wird einem Ziel untergeordnet: "Ich will die Tour de France gewinnen, ob mit oder ohne Lance Armstrong", zeigte sich der Deutsche am Dienstagabend vor internationalen Journalisten nicht nur gut trainiert, sondern auch angriffslustig. Im Übrigen gehe er "davon aus, dass Lance bei der Tour an den Start geht."
Zuletzt waren immer wieder Spekulationen laut geworden, dass dem nicht so sei, dass der sechsfache Sieger der "Großen Schleife" eine Auszeit nimmt. Da der Texaner laut einem Vertrag mit seinem neuen Team-Hauptsponsor, dem US-Fernsehsender "Discovery Channel", aber zumindest zu einem Antreten in Frankreich in den kommenden beiden Jahren verpflichtet ist, scheint das aber unwahrscheinlich.
Ullrich sieht Armstrong, Mayo und Heras als Hauptkonkurrenten
"Ich will den Besten besiegen", so Ullrich, der bei dem in Bonn ansässigen Rennstall noch zwei Jahre Vertrag hat und diesen auch erfüllen wird. "Solange werde ich es sicher noch versuchen, die Tour zu gewinnen. Ich will es noch einmal wissen", gab der 31-Jährige, der neben Armstrong die Spanier Iban Mayo und Roberto Heras als Hauptkonkurrenten einschätzt, seine Zukunftspläne preis.
Zur Realisierung dieses Vorhabens soll das wohl stärkste Helfer-Team beitragen. Mit Oscar Sevilla wurde neuerlich ein Topstar ins magentafarbene Trikot geholt. Der Spanier soll Ullrich vor allem in den Bergen zur Seite stehen. "Jan ist und bleibt aber unser Kapitän", erhielt der Tour-Vierte des Vorjahres ("Damit kann ich persönlich nicht zufrieden sein") Rückendeckung von Teamchef Mario Kummer.
Youngster Kohl wird nicht an den Tour-Start gehen
Bei einem derart mannschaftlich geschlossenen Team hat Kummer die Qual der Wahl, wen er in den Tour-Kader beruft: "Derzeit stehen 15 Fahrer in der engeren Auswahl." Der Niederösterreicher Bernhard Kohl, der im Herbst von Rabobank (U23) zu T-Mobile gewechselt ist, ist zwar keiner davon. Auf Mallorca absolvierte der 23-Jährige aber seine ersten Trainingskilometer im Dress des deutschen Telekom-Riesen.
Und die dienen noch dazu einem guten Zweck. Für jeden Kilometer, den die 27 T-Mobile-Profis in zwei Wochen auf der Balearen-Insel absolvieren, lässt der Konzern 50 Cent zu Gunsten der Flutopfer in Südostasien springen. Bei einem Trainingspensum von bis zu 2.000 Kilometern also rund 27.000 Euro. Mit der Zehn-Millionen-Spende von Michael Schumacher will sich Kapitän Ullrich aber dennoch nicht messen: "So viel Geld, wie er gespendet hat, habe ich nicht einmal." (apa)
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