Freitag, 14. Jänner 2005

Wieder Anschlag im Irak: Sieben Menschen sterben bei Angriff auf Moschee

  • 38 Verletzte bei Detonation einer Autobombe in Saad
  • Zwei US-Marineinfanteristen im Westen des Irak getötet

Bei einem Bombenanschlag vor einer schiitischen Moschee im Irak sind am Donnerstag mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens 38 weitere Menschen wurden verletzt, als die Autobombe in der Stadt Khan Beni Saad, 45 Kilometer nordöstlich von Bagdad, detonierte, wie die US-Armee und die irakische Polizei mitteilten. Bei einer weiteren Bombenexplosion kam in der nordirakischen Stadt Mossul ein US-Soldat ums Leben. Südlich von Bagdad war zuvor ein Stellvertreter des schiitischen Geistlichen Großayatollah Ali Sistani getötet worden.

Die Autobombe sei explodiert, als die Gläubigen gerade aus der schiitischen Moschee kamen, teilte der örtliche Geheimdienst mit. Bei den Toten handle es sich um vier Polizisten und drei Zivilisten, bei den Verletzten um acht Polizisten und 30 Zivilisten.

Der US-Soldat kam ums Leben, als sein Patrouillenwagen am Straßenrand über eine Bombe fuhr, wie die US-Armee mitteilte. Der Vorfall ereignete sich an einer Straße im Südosten von Mossul. Im Vorfeld der irakischen Wahlen am 30. Jänner kommt es derzeit täglich im ganzen Land zu tödlichen Anschlägen auf Sicherheitskräfte.

Unbekannte hätten Scheich Mahmud el Madahaini, seinen Sohn und einen Leibwächter getötet, als diese am Mittwochabend vom Gebet in Salman Pak zurückgekommen seien, teilte Sistanis Büro in Najaf am Donnerstag mit. Madahaini habe vor dem Mordanschlag bereits mehrere Drohungen erhalten. Zudem hätten Unbekannte schon mehrfach versucht, ihn umzubringen.

Zweiter Anschlag in Khan Beni Saad
Bei der Explosion einer Autobombe sind am Donnerstagabend im Irak insgesamt vier Menschen ums Leben gekommen. 13 weitere Menschen seien bei dem Anschlag auf dem Marktplatz von Khan Beni Saad, etwa 45 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, verletzt worden, teilte die Polizei am Freitag in der Provinzhauptstadt Bakuba mit. Die Explosion erfolgte unmittelbar nach dem Abendgebet, als die Gläubigen auf den belebten Marktplatz strömten. Die Behörden schlossen einen Selbstmordanschlag zunächst aus.

Drei Soldaten bei Militäreinsätzen getötet
Bei Militäreinsätzen im Irak sind erneut drei US-Soldaten ums Leben gekommen. Wie die US-Streitkräfte am Freitag mitteilten, wurden zwei der Soldaten am Donnerstag bei einer Operation in der umkämpften Provinz Anbar westlich von Bagdad getötet, der dritte kam bei einem Einsatz nahe Mossul im Nordirak ums Leben. Die Zahl der US-Soldaten, die seit Beginn des Feldzugs im März 2003 im Irak ihr Leben ließen, stieg damit auf 1.359.

Ebenfalls am Donnerstag wurden in der nordirakischen Metropole Mossul (Mosul) drei kurdische Politiker erschossen. Bewaffnete hätten das Feuer auf ihr Auto eröffnet, sagte ein Sprecher der Demokratischen Partei Kurdistans von Massud Barzani am Freitag. In Mossul kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der kurdischen und der arabischen Bevölkerung. (apa/red)

14.1.2005 10:18