Freitag, 14. Jänner 2005

Anschlag auf israelisch-palästinensischen Grenzübergang: Bis zu neun Todesopfer

  • Drei Palästinenser rissen sechs Soldaten in den Tod
  • Vergeltung: Israelischer Hubschrauber flog Angriff

Bei einem Anschlag von radikalen Palästinensern auf den Grenzübergang Karni im Gazastreifen sind am späten Donnerstagabend sechs Israelis und drei palästinensische Attentäter getötet worden. Nach israelischen Militärangaben näherte sich ein mit Sprengstoff beladener Laster dem Übergang, der wenige Minuten später geschlossen werden sollte.

Die Explosion riss ein Loch in eine Sicherheitsmauer, durch das mindestens zwei Bewaffnete stürmten und auf israelische Soldaten schossen, bis sie selbst erschossen wurden. Laut anderen Berichten sprengten sich die Männer selbst in die Luft. Später wurde ein Dritter Bewaffneter getötet, der auf Rettungskräfte geschossen haben soll.

Neben der palästinensischen Organisation Hamas bekannten sich auch die Al-Aksa-Brigaden zu dem Anschlag. Dem Rundfunk zufolge wurden rund hundert Kilogramm Sprengstoff gezündet.

Noch in der Nacht feuerten israelische Kampfhubschrauber drei Raketen auf ein Haus im zentralen Gazastreifen ab, das laut Militär von der Organisation Islamischer Dschihad benutzt wurde. Ein Mensch wurde dabei leicht verletzt. Erst Stunden zuvor hatte der Hamas-Führer im Westjordanland, Scheich Hassan Yousef, gesagt, die Gruppe sei dabei, die Strategie der Gewalt zu überdenken.

Über den Übergang Karni wird ein großer Teil des Warenverkehrs zwischen Israel und dem Gazastreifen abgewickelt. Für die Versorgung der Menschen im Gazastreifen ist er lebenswichtig. Verkehrsminister Meir Sheetrit gab nach dem Anschlag bekannt, der Posten werde bis auf weiteres geschlossen. "Wir können nicht zulassen, dass unsere Mitarbeiter an diesem Übergang getötet werden, welcher der palästinensischen Bevölkerung nutzen soll", erklärte Sheetrit. (apa/red)

14.1.2005 08:56