50 Jahre nach seinem Tod: "Mythos Einstein" ist auch heute noch aktuell!
- Jahrhundertgenie wird heuer mit "Einsteinjahr" gefeiert
- PLUS: Infos, Zitate und Anekdoten vom Physik-Giganten!
·"... so soll euch
der Teufel holen!"
Durchklicken: Berühmte Zitate von Albert Einstein
·Wahres & Legenden
über Albert Einstein
Schnarchte "unglaublich laut" & boykottierte Socken
·Wichtigste Daten
in Einsteins Leben
Physik-Genie war ab
1911 auch Österreicher!
Kein Forscher hat je solch eine öffentliche Verehrung erfahren wie Albert Einstein. Noch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod ist Einstein (1879-1955) der mit Abstand populärste Wissenschaftler. Fast jeder kennt seine weltberühmte Formel E = mc2, aber kaum ein Laie - und längst nicht jeder Fachmann - versteht die umwälzenden Erkenntnisse des Jahrhundertgenies, das 100 Jahre nach Einsteins wissenschaftlichem "Wunderjahr" 1905 weltweit mit einem "Einsteinjahr" bzw. dem "Jahr der Physik" gefeiert wird. Was macht Einstein so beliebt?
"Mir wird applaudiert, weil mich jeder versteht. Ihnen wird applaudiert, weil Sie niemand versteht", soll Charlie Chaplin einmal an Einstein gerichtet geäußert haben. "Es geht um große Fragen in Einsteins Arbeiten, das spürt jeder", erklärt der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Knut Urban vom Forschungszentrum Jülich. "Und das Unverständliche ist zusätzlich geeignet, Erfurcht zu erzeugen."
"Horizont der Menschheit unendlich erweitert"
"Die Kosmologie, die Lehre vom Universum, hat in der Öffentlichkeit auch immer eine metaphysische, ja fast religiöse Komponente", ergänzt Urban. Einsteins Relativitätstheorie ermöglichte nicht nur gut überprüfbare Vorhersagen wie etwa die Krümmung des Raums durch große Massen, sie konnte auch etwa ein sich ausdehnendes Universum beschreiben, lange bevor die Idee vom Urknall überhaupt Fuß fasste. "Durch Albert Einsteins Werk hat sich der Horizont der Menschheit unendlich erweitert, und gleichzeitig hat unser Bild vom Universum eine Geschlossenheit und Harmonie erreicht, von der man bisher nur träumen konnte", bemerkte der dänische Physiknobelpreisträger Niels Bohr einmal.
Noch immer ungelöste Rätsel
Noch heute sind Einsteins Arbeiten in der Forschung aktuell, wie Urban betont. Astronomen rätseln etwa über eine "Dunkle Energie", die das All auseinander zu treiben scheint, und die sich mit der von Einstein eingeführten "kosmologischen Konstante" beschreiben lässt. Quantenphysiker versuchen, den "Einstein-Podolski-Rosen-Effekt" zu verstehen, der in der Welt der Quantenphysik die Eigenschaften von atomaren Teilchen spontan über beliebig große Entfernungen verknüpft und beim so genannten Beamen zum Tragen kommt.
Wunderjahr 1905
Sicher trägt auch die Entstehungsgeschichte von Einsteins ersten bahnbrechenden Entdeckungen zum Mythos bei. In seinem "annus mirabilis" (Wunderjahr) veröffentlichte der erst 26-jährige Physiker in kurzer Folge mehrere revolutionäre Arbeiten, die er nicht etwa als angesehener Professor, sondern als "technischer Experte III. Klasse" am Berner Patentamt quasi in der Freizeit ersonnen hatte. Eine der Veröffentlichungen von 1905 war seine Doktorarbeit, die noch heute zu den meistzitierten Aufsätzen der Physik zählt. Auch die Spezielle Relativitätstheorie mit der Formel E = mc2 stammt aus diesem Jahr.
Weltweite Bekanntheit
Der Weltöffentlichkeit schlagartig bekannt wurde Einstein, der seine Erkenntnisse stets durch bloße Gedankenkraft gewann, nachdem sich 1919 eine der wesentlichen Voraussagen der 1915 in Berlin vollendeten Allgemeinen Relativitätstheorie bestätigte. Der Theorie zufolge krümmen große Massen den Raum selbst, so dass auch das Licht abgelenkt wird. Genau diese Ablenkung wurde bei der Sonnenfinsternis vom Mai 1919 bei Sternen nahe der vom Mond verdeckten Sonne beobachtet.
Flucht vor den Nazis
Einen finsteren Schatten anderer Art warfen nach 1920 die zunehmenden antisemitischen Anfeindungen, die Einstein nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 schließlich aus Deutschland trieben. Er emigrierte in die USA und betrat nie wieder deutschen Boden.
"Schlampigkeit" und Pazifismus
Einsteins Beliebtheit überstieg im Laufe der Jahre die großer Medienstars. Natürlich trug sein Äußeres mit einem hohen Wiedererkennungswert zur Popularität bei. Die Frisur Einsteins, die sich nach seinen eigenen Worten "durch Vernachlässigung" ergab, und andere anscheinende Schlampigkeiten wie die stets fehlenden Socken ließen das Genie menschlich erscheinen. Bekannt war Einstein auch für seine politischen Äußerungen, mit denen der leidenschaftliche Pazifist nicht hinter dem Berg hielt.
(apa/red)
