Donnerstag, 13. Jänner 2005

Urteil des US-Höchstgerichtes: Keine unbegrenzte Haft illegaler Einwanderer

  • Entscheidung betrifft vor allem kubanische Flüchtlinge

Das Oberste Gericht der USA hat die zeitlich unbegrenzte Inhaftierung illegaler Einwanderer untersagt. Die Entscheidung, die am Mittwoch mit einer Mehrheit von sieben zu zwei Stimmen getroffen wurde, betrifft vor allem kubanische Flüchtlinge, deren Rückkehr die Regierung in Havanna ablehnt. Die Richter befanden, dass Einwanderer, die abgeschoben werden sollen, nicht länger als sechs Monate inhaftiert sein dürfen.

Nach Angaben des US-Justizministeriums sitzen derzeit fast eintausend Kubaner im Gefängnis, die 1980 im Zuge einer Massenflucht vom kubanischen Hafen Mariel aus in die USA geflohen waren. Damals hatten innerhalb weniger Wochen 125.000 Kubaner ihre Heimat verlassen, unter ihnen zahlreiche Kriminelle.

Illegale Einwanderer, die in den USA erneut straffällig wurden, waren nach Absitzen ihrer Gefängnisstrafe in einer juristischen Grauzone. Sie blieben vielfach auf unbestimmte Zeit weiter in Haft. (apa)

13.1.2005 07:47