Donnerstag, 13. Jänner 2005

Trotz nicht gefunder Massenvernichtungs-
Waffen: Bush verteidigt erneut Irak-Krieg

  • US-Präsident: Invasion sei es "absolut" wert gewesen
  • "Ohne Saddam an der Macht ist die Welt sicherer"

Obwohl im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, bereut US-Präsident Bush den Angriff auf das Land nicht. Die Invasion sei es "absolut" wert gewesen, sagte Bush am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC. Er habe aber damals gedacht, dass Massenvernichtungswaffen entdeckt werden würden.

"Viele, viele hier in den USA, viele in der Welt, die Vereinten Nationen" hätten das angenommen, betonte Bush. Nun "müssen wir herausfinden, was bei den Geheimdienstinformationen falsch gelaufen ist". Die Geheimdienste hatten der US-Regierung angebliche Beweise dafür geliefert, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge. Diese Behauptung diente als Rechtfertigung für den Einmarsch der USA in den Irak im Frühjahr 2003.

Zugleich wiederholte Bush, der damalige irakische Präsident Saddam Hussein sei gefährlich gewesen. "Ohne ihn an der Macht ist die Welt sicherer". Das vollständige Interview wird am Freitag ausgestrahlt. Zuvor hatte das Weiße Haus erklärt, die USA hätten ihre Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak beendet.

Vor dem Hintergrund der eskalierenden Gewalt im Irak räumte die US- Regierung indessen ein, dass voraussichtlich nicht alle Bürger an den Wahlen am 30. Jänner teilnehmen können. "Die Wahlen werden nicht perfekt sein", sagte Regierungssprecher Scott McClellan. Er wies aber zugleich darauf hin, dass zum einen lediglich eine Übergangsregierung gewählt werde und zwei weitere Wahlen in diesem Jahr folgen würden.

Nach Angaben des Weißen Hauses haben sich bisher 14 der 26 Millionen Iraker als Wähler registrieren lassen. Um die 275 Sitze in der Nationalversammlung konkurrieren 111 Parteien und Listen. (apa)

13.1.2005 07:26