Montag, 10. Jänner 2005

Kämpfe zwischen Armee und Moslem-Rebellen: 21 Todesopfer auf Philippinen

  • Abu-Sayyaf-Kämpfer griffen einen Militärstützpunkt an

Bei Kämpfen zwischen Moslem-Rebellen und Armee im Süden der Philippinen sind 13 Aufständische und acht Soldaten ums Leben gekommen. Wie das Militär am Montag berichtete, waren die Gefechte am Samstag ausgebrochen, als Rebellen der Moro-Islamischen Befreiungsfront (MILF) einen Armeeposten rund 900 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila angriffen. Mehrere tausend Menschen seien wegen der Kämpfe geflohen.

Auslöser der neuen Gewalt sei der Tod eines engen Verwandten eines MILF-Führers gewesen. Nach Armeeangaben kam er während eines Einsatzes gegen eine Kidnapper-Bande ums Leben. Nach Darstellung der Rebellen wurde er dagegen Opfer andauernder Luftangriffe durch das philippinische Militär.

Wie das Militär ebenfalls am Montag bekannt gab, haben Mitglieder der Moslem-Gruppe Abu Sayyaf am Samstag auf der südphilippinischen Insel Jolo drei Geschäftsleute erschossen, denen sie Spionage für die Armee vorwarfen. Ein vierter Geschäftsmann habe fliehen können. Abu Sayyaf gilt als die kleinste aber gewalttätigste Gruppe von Moslem-Rebellen im Süden der Philippinen, auf deren Konto zahlreiche Entführungen und Attentate gehen. Opfer der Gruppe war vor fast fünf Jahren die Göttinger Familie Wallert, die Ostern 2000 verschleppt und erst nach monatelangen Verhandlungen gegen Lösegeld frei kam. (apa)

10.1.2005 09:49