Flutkatastrophe: Indonesiens Präsident ordnete Stopp der Leichenzählung an
- Beamte auf Verletzte und Vermisste konzentrieren
- Genaue Zählung wegen Massengräbern unmöglich
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Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat nach Regierungsangaben angeordnet, die Zählung der Toten der Flutkatastrophe einzustellen. Das teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag in Jakarta mit. Stattdessen habe der Staatschef die Anweisung gegeben, dass die Beamten sich auf das Zusammenstellen der Daten von Flüchtlingen und Verletzten in Krankenhäusern sowie die Suche nach Vermissten konzentrieren sollten.
Das indonesische Gesundheitsministerium hatte bereits vor mehreren Tagen erklärt, dass es die Opferbilanzen nicht mehr fortführe. Nach jüngsten Angaben kamen in den Fluten am 26. Dezember fast 115.000 Menschen ums Leben. Die genaue Zahl wird wohl nie festgestellt werden können, zumal tausende Leichen zur Verhinderung von Seuchen schnell in Massengräbern beerdigt wurden.
Gut drei Wochen nach der Flutkatastrophe in Südostasien ist die Zahl der Toten nochmals um mehrere tausend auf mehr als 175.000 gestiegen. Sri Lanka gab die Zahl seiner Opfer am Montag mit 38.195 und damit um 7.275 höher an als bisher. Grund dafür sei weniger die Entdeckung einer großen Zahl von Leichen, sondern bisher nicht berücksichtigte Opferzahlen aus abgelegenen Gebieten. In der am schlimmsten von der Flutwelle verwüsteten indonesischen Region Aceh gibt es weiter Sorge um die Sicherheit ausländischer Helfer.
Die Hilfs- und Aufräumarbeiten verlaufen in der am stärksten betroffenen indonesischen Provinz Aceh nach Angaben des UNO-Welternährungsprogrammes (WFP) zügiger als erwartet. Sorgen um die Sicherheit von Helfern in der Provinz Aceh löste am Montag eine Anschlagswarnung des dänischen Außenministeriums aus. In der Rebellenregion kämpfen seit Jahrzehnten Aufständische für Unabhängigkeit.
Ein WFP-Sprecher sagte, die erste Katastrophenhilfe könne schon bald eingestellt werden, da diese besser verlaufen sei als zunächst angenommen. "Mangelernährung ist nicht weit verbreitet. Krankheiten grassieren noch nicht", sagte Patrick Webb vom WFP in der Provinzhauptstadt Banda Aceh. (apa)
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