Donnerstag, 13. Jänner 2005

Nach "ungestörtem" Urlaub von Grasser: Österreicher haben wenig Verständnis

  • Umfrage: Für 61% Verhalten nach Flut "unverständlich"
  • Kriminalität Hauptsorge von österreichischen Touristen

Wenig Verständnis zeigen die Österreicher für das Verhalten von Finanzminister Grasser im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Südostasien. Laut einer Umfrage des Klagenfurter Humaninstitutes beurteilten 61 Prozent sein Gesamtbild vor dem Hintergrund der Katastrophe als "unverständlich".

Deutlich besser beurteilt wird ÖVP-Außenministerin Plassnik. Ihr attestieren 35 Prozent der Befragten ein vorbildliches oder zumindest engagiertes Verhalten, ein Drittel beurteilte ihre Vorgangsweise als "angemessen" und nur 32 Prozent als "unverständlich". Grasser wollten nur 14 Prozent der insgesamt 850 befragten Personen als "vorbildlich" bzw. "engagiert" beurteilen, ein Viertel gesteht dem Minister, der auch nach der Katastrophe auf den Malediven urlaubte, ein angemessenes Verhalten zu.

Sicherheit vor Katastrophen im Urlaub kaum wichtig
Trotz Tsunami-Katastrophe ist den meisten österreichischen Touristen am wichtigsten, dass ihr Urlaubsdomizil vor Kriminalität sicher ist. 61 Prozent nannten dies in einer Umfrage des Linzer Market-Instituts als Hauptpriorität. Erst danach folgt Frage nach der Sicherheit vor Naturkatastrophen: Nur rund die Hälfte nannte das als wichtigstes Kriterium.

Auch in der Vergangenheit waren die Naturgewalten kaum Thema für die Reisenden: 77 Prozent der Befragten haben sich überhaupt nicht oder kaum über die Sicherheit des Urlaubsortes in Bezug auf mögliche Katastrophen informiert. Nur 19 Prozent gaben an, sich sehr gut oder gut erkundigt zu haben.

Ob sich die Flutkatastrophe auf den Tourismus auswirken wird, wird unterschiedlich gesehen: Neun Prozent glauben, dass die europäischen Touristen auf Jahre ausbleiben. 90 Prozent sind der Überzeugung, dass die Touristen bald wieder ins Land kommen werden. (apa/red)

13.1.2005 16:23