2. Geberkonferenz zur Flutkatastrophe: UNO bekommt gefordertes Geld zusammen
- 717 Millionen Dollar Bargeld wurde sofort zugesichert
- UNO-Koordinator: "Das hat es noch nie zuvor gegeben"
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Die Vereinten Nationen haben für ihre Soforthilfe in der von der Flutkatastrophe betroffenen Region in Asien am Dienstag bindende finanzielle Zusagen über 717 Millionen Dollar (546 Mio. Euro) erhalten. "Das hat es noch nie zuvor gegeben", erklärte der UNO-Koordinator für humanitäre Einsätze, Jan Egeland, in Genf. Der größte Beitrag kam dabei mit 250 Millionen Dollar von Japan, die EU stellte 61 Millionen Dollar bereit. Ein Schuldenmoratorium für die betroffenen Länder, das am Mittwoch beschlossen werden soll, könnte Österreich indes bis zu 75 Mio. Euro kosten.
UNO-Sprecherin Elisabeth Byrs sagte der APA in einem Telefongespräch nach Abschluss der Konferenz, die endgültige Summe werde vermutlich "noch etwas höher" liegen als 717 Mio. Dollar, da einige Teilnehmer der Konferenz in der Schlussrunde am späten Dienstagabend noch zusätzliche Zusagen gemacht hätten. Die größten Beiträge nach Japan und der EU kamen von Großbritannien (74 Mio. Dollar), Deutschland (68 Mio. Dollar), Norwegen (65 Mio. Dollar), den USA (35), Kanada (29), Dänemark und Russland (je 22) sowie China.
Byrs wies darauf hin, dass Russland und China sich "zum ersten Mal in der Geschichte der UNO" zu Bargeld-Spenden verpflichtet hätten. Das Geld solle schon "in den nächsten Tagen" an die UNO überwiesen werden. Wie hoch der Beitrag Österreichs ausgefallen ist, konnte Byrs nicht sagen, da eine Verwechslung mit Australien möglich sei. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte knapp eine Milliarde Dollar Soforthilfe für die kommenden sechs Monate gefordert.
Regierungen sollen Zusagen einhalten
Egeland erklärte, es werde eine auswärtige Rechnungsprüfung geben, die nicht nur einen Missbrauch von Geldern verhindern, sondern die sich auch darum kümmern werde, dass die Regierungen ihren Zusagen - die sich inzwischen auf rund vier Milliarden Dollar belaufen - einhielten.
Die Flutkatastrophe in Asien stellt die internationale Staatengemeinschaft aus Sicht der Vereinten Nationen vor eine bisher einzigartige Herausforderung. "Ich hoffe, dass die Reaktionen auf den Tsunami der neue Standard sind, wie sich die Welt um die Hilfsbedürftigen kümmert", sagte Egeland. Gemessen an der Spendenbereitschaft der Menschen habe das Jahr 2005 so gut begonnen wie noch keines zuvor.
Koordination Hauptthema der Konferenz
Im Mittelpunkt der Genfer Konferenz stand vor allem die konkrete Verwendung der internationalen Hilfszusagen. Auf dem Ministertreffen von 81 Staaten unter Leitung Egelands wollen die Teilnehmer über die Koordination der Nothilfe und den mittel- und langfristigen Wiederaufbau in den von der Flutwelle betroffenen Ländern diskutieren.
Die EU will laut Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ihre Zusagen für die Katastrophenregion möglichst schnell umsetzen. Für die Menschen, die bei der Flutkatastrophe alles verloren hätten, seien Versprechen nicht genug, sagte Barroso in Straßburg. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer sagte zum Abschluss seiner Reise durch die Katastrophenregion in Colombo, Deutschland werde in Sri Lanka schnelle Wiederaufbauhilfe leisten.
Australien bei Geberländer Nummer 1
Die bisher von Regierungen, der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank eingegangen Hilfszusagen über vier Milliarden Dollar (drei Milliarden Euro) schließen langfristige Entwicklungshilfe, Wiederaufbauhilfe und Kredite ein. Die Liste der Geberländer führen Australien mit 810 Millionen Dollar (614 Millionen Euro) und Deutschland mit 660 Millionen Dollar (500 Millionen Euro) an. Die österreichischen Hilfsmittel werden sich in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 50 Millionen Euro belaufen.
(apa/red)
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