Montag, 10. Jänner 2005

Wundersame Rettung im Indischen Ozean: Flutopfer trieb zwei Wochen auf hoher See!

  • 800 bestattete Tsunami-Leichen in Takua Pa exhumiert
  • Schwierige Identifizierung: Auch Europäer unter Toten?

Zwei Wochen nach der verheerenden Flutwelle im Indischen Ozean ist ein 22-Jähriger auf hoher See gerettet worden. Der Indonesier Ari Afrizaal wurde Ende vergangener Woche von der Besatzung eines Frachters aufgenommen, der von Oman nach Malaysia unterwegs war. Der Mann sei am 26. Dezember in seinem Heimatort in der Provinz Aceh von der Flutwelle aufs offene Meer gespült worden, teilte eine Hafensprecherin in Malaysia mit. Unterdessen sind in Takua Pa, nördlich des thailändischen Tsunami- Katastrophengebietes Khao Lak, sind nach einem Bericht der "Bangkok Post" 800 Leichen exhumiert worden. Die Maßnahme soll laut Forensikern Zweifel beseitigen, dass nicht nur Einheimische und andere Asiaten, sondern z.B. auch Europäer, begraben wurden.

800 Tote - laut Forensikern nur Thais und andere Asiaten - waren auf dem Friedhof in Takua Pa bestattet worden. Angehörige unter anderem von Europäern würden inzwischen jedoch mutmaßen, dass auch Urlauber begraben worden sein könnten.

Die exhumierten Körper wurden der Tageszeitung zufolge in den Yan Yao-Tempel in Takua Pa gebracht, wo internationale DVI-Teams, unter ihnen auch Experten aus Österreich, seit Tagen mit der schwierigen Identifizierung von Tsunami-Opfern beschäftigt sind. Forensiker werden den Leichen nach ihren Untersuchungen Mikrochips mit DNA-Informationen einpflanzen. Die Körper sollen anschließend in Kühlcontainern aufbewahrt werden. Davon stehen inzwischen genügend zur Verfügung, schrieb die "Bangkok Post" unter Berufung auf Forensiker aus Thailand.

In den ersten Tagen nach dem Desaster vom 26. Dezember waren die damals noch wenigen Kühlcontainer ausschließlich zur Aufbewahrung "westlicher Körper" verwendet worden. Mehr als 3.200 Leichen werden derzeit laut "Bangkok Post" in etwa 100 Containern gekühlt. Allein 2.000 Körper seien es im Yan Yao-Tempel in rund 70 Containern. (apa)

10.1.2005 07:21