Donnerstag, 13. Jänner 2005

"Das geht sich schon aus": Van der Bellen
von Grüner Regierungsmitarbeit überzeugt

  • Nach Nationaratswahl Einstieg in eine Koalition möglich
  • Grünen-Chef: Verhältnis zur VP aber 'sachlich miserabel'

Eine Regierungsbeteiligung nach den nächsten Nationalratswahlen "wird sich in irgend einer rechnerischen Kombination schon ausgehen". Davon zeigte sich der Grüne Bundessprecher Van der Bellen zu Beginn der Klubklausur im burgenländischen Rust am Donnerstag überzeugt. Ob mit ÖVP oder SPÖ ließ er offen.

Von den jüngsten rot-blauen Entwicklungen - in der Steiermark hat der dortige SP-Chef Franz Voves nicht ausgeschlossen, sich mit Hilfe der FP zum Landeshauptmann wählen zu lassen, obwohl die Bundes-SPÖ beschlossen hat, keine Koalitionen mit einer rechtspopulistischen FPÖ einzugehen - zeigt sich Van der Bellen unbeeindruckt. Was das Verhältnis der Grünen zur ÖVP betrifft, bezeichnete er dieses als "sachlich miserabel", aber "persönlich teilweise sehr gut".

Sein Verhältnis zu SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer ist für Van der Bellen von den rot-blauen Entwicklungen nicht beeinträchtigt. "Wir haben uns über die Kärntner SPÖ echauffiert, weil Peter Ambrozy keine Sekunde daran gedacht hat, mit ÖVP und Grünen einen Landeshauptmann Jörg Haider zu verhindern. Das hat uns geärgert."

Was das Verhältnis zur ÖVP betrifft, schätzt Van der Bellen, dass er von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei der Tsunami-Katastrophe "regelmäßig informiert" werde. "Das ist eine Geste, die weder Viktor Klima noch Franz Vranitzky als Idee gekommen ist", lobt der Grüne Bundessprecher den Regierungschef.

Dafür gibt es wieder einmal harsche Kritik an Finanzminister Karl- Heinz Grasser (V) wegen dessen jüngsten Verhaltens rund um die Flutkatastrophe. "Das passt ins Bild. Er will und kann öffentlich und privat nicht trennen. Das ist für jeden Minister unerträglich, aber beim Finanzminister schon überhaupt." (apa)

13.1.2005 12:33