Mittwoch, 12. Jänner 2005

70-Jähriger auf Anklagebank: Prozess nach Busunglück am Dürrnberg vertagt

  • Verhandlung nach nur halben Tag vorerst ausgesetzt

Vertagt wurde am Mittwoch-Mittag der nur für einen halben Tag anberaumte Prozess über das verheerende Busunglück am Dürrnberg bei Hallein im Salzburger Tennengau auf Grund der fortgeschrittenen Zeit. Ein 70-jähriger Pensionist aus Salzburg musste sich wegen fahrlässiger Gemeingefährdung vor verantworten. Der Beschuldigte bekannte sich der fahrlässigen Körperverletzung in mehreren Fällen schuldig.

Sechs Todesopfer (einer starb später an einem Herzinfarkt, Anm.), 20 Schwerverletzte und 20 Leichtverletzte hat das schwere Busunglück vom 10. August 2004 am Dürrnberg gefordert. Am Beginn der Verhandlung bekannte sich Johann P. nicht schuldig, schließlich nach Nachfragen seines Verteidigers Franz Gerald Hitzenbichler gestand der Beschuldigte in gefassten Worten ein: "Eine Teilschuld gebe ich ohne weiteres zu. Ich war damals 100 Prozent sicher, dass ich gefahrlos überholen kann."

Was dann passiert sei, tue ihm furchtbar leid. Das entgegenkommende Auto sei plötzlich vor ihm aufgetaucht, so der Lenker des Kleinbusses, der laut Strafantrag in einem riskanten Überholmanöver einen mit 49 Insassen besetzten Reisebus von der Fahrbahn abgedrängt hatte und laut Kfz-Gutachter Gerhard Kronreif "nur 40 Prozent der erforderlichen Mindest-Überholsichtweite zur Verfügung" hatte.

Er habe keine Möglichkeit mehr gesehen, sich hinter dem Reisebus wieder einzuscheren. Dass der Bus über die Böschung stürzen konnte, hielt Johann P. damals für ausgeschlossen. Verteidiger Hitzenbichler sprach von "einer Verkettung unglücklicher Umstände".

Die Verhandlung wird innerhalb der nächsten zwei Monate fortgesetzt, erklärte Einzelrichter Peter Reifenberger. (apa)

12.1.2005 14:08