Lastwagen-Verkehr nahm seit EU-Beitritt zu: Tschechien will 2006 Lkw-Maut einführen
Tschechien will im kommenden Jahr eine Lkw-Maut einführen. Wie Transportminister Milan Simonovsky am Mittwoch mitteilte, gab die Regierung eine erste Zustimmung zur Einführung eines elektronischen Mautsystems auf Autobahnen und Hauptstraßen von insgesamt rund 1000 Kilometern Länge. Seit dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union hat besonders der Lkw-Verkehr auf tschechischen Straßen zugenommen.
Durch die Einführung der Lkw-Maut im Nachbarstaat Deutschland rechnen die Experten in Tschechien mit einem weiteren, zumindest zeitweisen Anstieg, da viele Lkw-Fahrer versuchen, die nun kostenpflichtigen Autobahnen zu umfahren. Dem Minister zufolge wird Tschechien den Herstellern sowohl des deutschen, satelliten-gesteuerten Maut-Systems als auch den Produzenten des in Österreich verwendeten Mikrowellen-Systems eine Chance gegen. Die Einführung des Systems könnte Simonovsky zufolge bis zu vier Milliarden Kronen (131,5 Mio. Euro) kosten.
"Die Regierung hat zugestimmt, dass die Maut im Laufe des Jahres 2006 eingeführt wird. Das heißt, wir wollen nicht bis zum Ende des Jahres warten", sagte Minister Simonovsky. Der Nachrichtenagentur CTK zufolge sollen die jährlichen Netto-Einnahmen bei etwa fünf bis sieben Milliarden Tschechischen Kronen liegen (rund 165 bis 230 Millionen Euro).
Grundlage dieser Berechnungen seien die Vorgaben des Ministeriums, Lkw von einem Gewicht über zwölf Tonnen mit einer Maut von 4,60 Tschechischen Kronen pro Kilometer zu belegen. Für kleinere Transporter mit einem Gewicht zwischen 3,5 und zwölf Tonnen sollten 1,60 Kronen pro Kilometer berechnet werden.
Simonovsky zufolge plant auch Tschechiens Nachbarland Slowakei eine Lkw-Maut. Der Minister hofft eigenen Angaben zufolge darauf, dass eine Maut in beiden Ländern den Durchgangsverkehr aus dem Balkan reduzieren und Transporte nach Westeuropa stattdessen stärker auf die Schiene lenken könnte.(apa/red)
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