Skandinavischer Komödienhit: "Kitchen Stories" ab 6. Jänner in heimischen Kinos
- Forscher nisten sich in Küchen norwegischer Singles ein
- Zweck der Forschung ist funktionelle Küchengestaltung

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Die Strecke, die eine schwedische Hausfrau in einem Jahr beim Kochen zurücklegt, entspricht der Entfernung zwischen Schweden und dem Kongo. Das "Institut für Heim und Haushalt" will diese Laufzeit durch eine funktionellere Küchengestaltung auf die Distanz Schweden-Norditalien reduzieren - so die Handlung der norwegisch-schwedischen Tragikomödie "Kitchen Stories", die am 6. Jänner in die heimischen Kinos kommt.
Der Film spielt zu Beginn der 50er Jahre; ein solches Projekt und sogar seine Ausweitung auf die Herde männlicher Junggesellen erscheint angesichts der Technikgläubigkeit der Nachkriegsepoche durchaus glaubhaft. Die Nachwehen dieses Rationalisierungswahns sind heute noch im praktischen Design eines legendären blaugelben Möbelhauses zu erkennen.
Die Story:
Man sollte sich aber keinesfalls von der nüchternen wissenschaftlichen Anmutung dieses Films beirren lassen, denn er gehört zum Bizarrsten und Liebenswertesten, was seit den Käuzen in "Elling" aus Skandinavien auf internationale Leinwände gelangte. 18 graumäusige schwedische Feldforscher schwärmen von 18 identischen eiförmigen Wohnwägen ins winterliche Norwegen aus, um sich in den Küchen norwegischer Singles einzunisten und deren Bewegungen haarklein zu kartografieren. Ein Härtefall ist der Bauer Isaak, der sich nur mit Mühe dazu bewegen lässt, den Feldforscher Folke in sein Haus zu lassen - fühlt sich das Versuchskaninchen doch zu Recht um seine Belohnung für die Teilnahme an dem Experiment betrogen.
Herbsüße Komödie
Der Witz dieses Kammerspiels liegt einmal im eklatanten Widerspruch zwischen Theorie und Praxis und in der Ernsthaftigkeit, mit der Folkes Chefs diese abstruse - und allerorten scheiternde - Feldforschung überwachen. Und andererseits im lakonischen Prozess der Fraternisierung von Folke und Isaak: Ist der Beginn dieser herbsüßen Komödie eine oft poetische Veranschaulichung von Isaaks genügsamer Existenz im abgelegenen Bauernhaus, so verwandelt sich das wortlos-feindselige Katz- und Maus-Spiel bald in ein Ballett winziger Annäherungen, die ebenso von Buster Keaton wie von Jacques Tati inspiriert sind.
Absurd und surreal
Über den Mainstream einer gemütvollen Tragödie hinaus erhebt sich "Kitchen stories" aber nicht nur durch seine Anspielungen auf den tiefsitzenden Zorn, den die Norweger, im Krieg von der deutschen Wehrmacht besetzt, gegen die neutralen Schweden hegten. Regisseur Bent Hamer, der bereits die seltsame Tragikomödie "Eggs" gedreht hat, zeigt zudem erneut seine Qualitäten in der Kunst des Absurden und gestaltet die Kulissen in einem surrealen, grünlichen Retro-Design. (APA/red)
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