Damenwahl des Kanzlers: Schüssel bittet jetzt immer mehr Frauen in Spitzenjobs
- Dahinter steckt aber weniger Feminismus als Kalkül
- WOMAN: Warum Schüssel häufiger auf Frauen setzt

·WOMAN: Frauen des Jahres 2004!
Welche Frauen heuer bewegten & beeindruckten
·Karin Miklautsch im WOMAN-Interview
Die Neo-Justizministerin stand Rede und Antwort
·NEWS: Interview mit Liese Prokop
Neue Innenministerin über Ministerwürde & Loyalität
Ein Gentleman genießt und schweigt. Der Kanzler hingegen schweigt und protegiert: Frauen pflastern seinen Weg - noch nie waren so viele Frauen in einer österreichischen Regierung vertreten. Zeit seines Lebens hat Wolfgang Schüssel, 59, Frauen in Position gebracht - wie zu Jahresende Liese Prokop ins Innenressort.
Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer ist seit langem eine Wegbegleiterin, Ursula Plassnik, seine frühere Bürochefin, lenkt seit Oktober 2004 das Außenministerium, Benita Ferrero-Waldner hat der Bundeskanzler als erste Außenministerin eingesetzt, die heutige VP-Abgeordnete Ulri-ke Baumgartner-Gabitzer war seine erste Kabinettschefin. Maria Rauch-Kallat, seine Generalsekretärin, hat er später mit dem Gesundheitsministerium belohnt. Und Schüssel hat zwei Frauen als Pressesprecherinnen.
Politisches Kalkül
Schüssel als großer Frauenfreund? Schüssel, der lobenswerte Frauenförderer? Ja - wenn's ihm ins Konzept passt. An oberster Stelle steht beim "steely chancellor" stets gnadenloses politisches Kalkül. Wenn die Kandidatin seinem eigentlichen Ziel dient, zögert er keine Sekunde.
Familie als Anker
Barbara Stiglmayer, eine Exmitarbeiterin, erinnert an Schüssels familiären Hintergrund: Scheidung der Eltern, als er drei Jahre alt ist. Der Schock, als der 16-Jährige erfährt, dass sein Vater Mitglied der nationalsozialistischen Partei war, und das unterkühlte Verhältnis seither. Die Mutter stets im Mittelpunkt. Daneben gab es eine Tante, die ihn gefördert hat. Stiglmayer: "Nicht zuletzt ist seine Frau Krista eine starke Persönlichkeit. Sie führt ihn immer wieder auf den Boden der Realität zurück."
Keine Dummheiten
Starke Frauen und der Kanzler: Dieses Motiv zieht sich durch seine Vita. "Honig ums Maul schmieren ist die falsche Taktik. Als Frau kann man ihm die Meinung sagen, solange es keine Dummheiten sind. Für Schüssel zählt mehr die Intelligenz als das Geschlecht", so eine Frau aus seiner Umgebung.
Hohe Ansprüche
Seine Sprecherin Heidi Glück weiß aus langer Zusammenarbeit, dass ihr Chef "Menschen um sich braucht, die ihr Handwerk verstehen, offen im Gespräch sind und Dinge umsetzen können. Hier zeigen Frauen eben große Sensibilität." Und weiter: "Schüssel hat hohe Ansprüche, und wenn es Frauen gibt, die denen gerecht werden, fördert er sie gerne. Da macht er keinen Unterschied, und das ist genau das, was ihn auszeichnet."
Keine Macho-Allüren
"Wolfgang Schüssel ist kein Macho, er behandelt Frauen korrekt", meint ein ehemaliges Regierungsmitglied. Glück: "Er traut Frauen aber auch etwas zu, ermuntert sie und gibt ihnen jederzeit eine Chance. Er ist bereit, Leistung anzuerkennen."
Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN 1/2005!
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