Nach der Welle - Bilanz des Schreckens: Millionen Opfer brauchen jetzt Ihre Hilfe
- Thailand nach der Sintflut: Überlebende berichten
- Schicksale: Angehörige geben die Hoffnung nicht auf

Todesstrand Khao Lak: In den Trümmern des zerstörten Ferienparadieses suchen Angehörige verzweifelt nach Überlebenden.
Khao Lak, 70 Kilometer nördlich von Phuket, die gigantische Todeszone an der Westküste Thailands: Edi Schmidt, 38, steht auf den Trümmern der Tauchschule Similan Divers am Bang Niang Beach. Vor der Katastrophe galt das als der schönste Platz am rund 15 Kilometer langen Sandstrand der Andaman-See. Du glaubst es nicht, wie grün es hier war heute ist es eine Mondlandschaft, sagt Edi, während er einen Steckbrief aus der Hosentasche zieht. Auf dem zerknüllten Blatt Papier ist das Foto eines jungen Mannes in Tauchausrüstung zu sehen: Benjamin Hofer, 36, aus Salzburg. Benni war Manager der Similan Divers. Seit dem 26. Dezember wird er vermisst, so wie 404 weitere Österreicher. Die meisten von ihnen sollen sich im Gebiet von Khao Lak aufgehalten haben.
Tödliche Neugier. Am Tag des Unglücks stand Benni mit seiner thailändischen Freundin Fah direkt am Strand, erzählt Edi. Er war neugierig, wie wir alle. Das türkisblaue Meer hat-te sich von einem Moment zum anderen zurückgezogen. Weit draußen tauchten die Spitzen des Riffs auf. Es habe ausgesehen, als würden die Wassermassen Schwung holen zum großen Crash. Mütter riefen nach ihren Kindern: Kommt her, schaut euch das an! Touristen kamen aus ihren Bungalows, um das bizarre Schauspiel auf Fotos und Videos festzuhalten.
Flucht vor der Welle. Dann tauchte am Horizont die riesige Welle auf. Zu den Ersten, die die Gefahr erkannten, zählte Fahs Vater: Run for your life!, schrie er. Run, run! Die meisten reagierten, ließen alles liegen und stehen. Nur Benjamin Hofer und Fah blieben stehen. Ich weiß nicht, warum sie sich nicht von der Stelle rührten, grübelt Fahs Vater. Ihre Schwestern konnten sich retten.
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