Samstag, 8. Jänner 2005

Kündigungen in der Wiener Elektronik- Branche: AKG will 100 Mitarbeiter abbauen!

  • Mitarbeiter beim AMS schon zur Kündigung angemeldet
  • Produktion wird nach Ungarn & Tschechien ausgelagert

In Wien steht nach Grundig und Philips der nächste Stellenabbau in der Elektronikbranche bevor. Laut Medienberichten hat das Wiener Audio-Elektronikunternehmen AKG beim AMS rund 100 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet.

Laut "Standard"-Bericht will das Wiener Traditionsunternehmen, dass seit 1994 zum börsennotierten US-Konzern Harman International gehört, einen Teil seiner Produktion nach Ungarn oder Tschechien auslagern. Der ÖGB steht mit AKG bereits in Kontakt bezüglich eines Sozialplanes für die Mitarbeiter.

Insgesamt beschäftigt AKG nach eigenen Angaben noch 576 Mitarbeiter am Wiener Standort. Schon Mitte 2004 hatte das Unternehmen beim AMS für ebenfalls rund 100 Mitarbeiter das Frühwarnsystem ausgelöst, die Zahl der Gekündigten soll damals dann aber wesentlich geringer gewesen sein.

Die Gewerkschaft befürchtet jedoch diesmal, dass in weiteren Wellen noch mehr AKG-Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten. "Wir haben das Gefühl, dass das Unternehmen scheibchenweise seine gesamte Produktion auslagert", sagte ein Gewerkschafter laut "Standard".

Von dem jetzigen Abbau soll vor allem die Fertigung von Akustik für Handys sowie Freisprechmikrofonen und Kopfhörer für Pkw betroffen sein, der Forschungsbereich aber nicht angetastet werden.

Bei der Wiener Landesregierung waren die Kündigungen bisher nicht bekannt, heißt es aus dem Büro des Wirtschaftsstadtrates Sepp Rieder. "Es ist aber klar, dass bei den relativ hohen Lohnkosten Wien die Produktion nicht in allen Bereichen wird halten können", sagte Pressesprecher Martin Ritzmaier.

Die 1947 in Wien gegründete AKG Acoustics (ursprünglich Akustische- und Kino-Geräte Gesellschaft) stellt vor allem Mikrofone, Kopfhörer, aber auch Freisprechanlagen und Konferenzsysteme her. Der Großteil der in Wien erzeugten Produkte wird exportiert. Das Unternehmen unterhält unter anderem in Deutschland und den USA eigene Tochtergesellschaften. Bis 1975 befand sich das Unternehmen im privaten Besitz der beiden Gründer Rudolf Goerike und Ernst Pless.

In weiterer Folge übernahm Philips die Mehrheit der Anteile. Zwischenzeitlich notierte das Unternehmen auch an der Wiener Börse. Seit 1994 gehört AKG aber zu 100 Prozent zum US-Großkonzern Harman International. (apa)

8.1.2005 09:19