ÖIAG will VA-Tech-Anteile für je 55 Euro
verkaufen: Gewinn von 123,75 Millionen!
- Der von Siemens angebotene Preis ist "angemessen".
Der Vorstand der Staatsholding ÖIAG wird dem Aufsichtsrat am kommenden Montag den Verkauf der restlichen Staatsanteile der VA Tech an den Siemens-Konzern empfehlen. Den von Siemens gebotenen Preis von 55 Euro je Aktie habe der Vorstand bereits im Vorjahr als "angemessen" bezeichnet. Die Kriterien des Privatisierungsauftrags - im Wesentlichen die Erhaltung eines österreichischen Kernaktionärs - würden mit dem Verkauf an Siemens Österreich erfüllt, so ÖIAG-Sprecherin Anita Bauer.
Der Verkauf soll der ÖIAG, die derzeit noch 14,7 Prozent an der VA Tech hält, exakt 123,75 Mio. Euro einbringen. Mit den Stimmen der Kapitalvertreter dürfte der Deal am Montag unter dem Tagesordnungspunkt "VA Tech-Angebot Siemens, Abgabe der ÖIAG-Anteile" endgültig abgesegnet werden. Die Belegschaftsvertreter hingegen wollen gegen den Verkauf stimmen.
Die von Siemens-Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner offerierte Jobgarantie auf 18 Monate stieß bei den meisten Belegschaftsvertretern auf Skepsis. Zum einen überlappe sich die Struktur der beiden Konzerne stark, zum anderen würden solche Garantien im Fall einer Krise nichts gelten, hieß es immer wieder.
Investoren spekulieren außerdem darauf, dass Siemens sein Angebot noch einmal nachbessern könnte. So soll etwa die Investmentbank Goldman Sachs, aber auch einige andere internationale Fonds ihre VA Tech-Anteile zuletzt kräftig aufgestockt haben, heißt es im Markt. Auch die VA Tech selbst hatte das Siemens-Angebot zuletzt als nicht angemessen bezeichnet.
Die Aktie des Linzer Anlagenbauers notierte am Mittwoch bei 59,01 Euro, 0,15 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages, aber knapp 7 Prozent über dem Siemens-Angebot. Siemens Österreich-Sprecher Karl Strasser betonte am Mittwoch auf APA-Anfrage aber erneut: "Unser Angebot ist veröffentlicht, der Preis steht mit 55 Euro fest."
Siemens hatte Anfang November vom Industriellen Mirko Kovats 16,45 Prozent der VA Tech übernommen und ist seither größter Einzelaktionär des Linzer Anlagenbauers. Anfang Dezember hatte Siemens dann ein öffentliches Angebot gelegt. Annehmen können die Aktionäre das Offert bis 9. Februar 2005 - in einer Frist von 40 Börsentagen.
Allerdings hat Siemens selbst auch Bedingungen an das Angebot geknüpft. Vor allem soll die VA Tech-Hauptversammlung am 17. Jänner das in der Satzung des Unternehmens festgeschriebene so genannte Höchststimmrecht abschaffen. Nach dieser Sonderregelung werden keinem VA Tech-Aktionär unabhängig von seinen Anteilen mehr als 25 Prozent der Stimmrechte zugestanden.
Gekippt werden kann das Höchststimmrecht nur mit einer Mehrheit von 75 Prozent. Ob das gelingt, wird nach Meinung von Beobachtern davon abhängen, wie viele der alten und neuen internationalen Investoren bei der Hauptversammlung anwesend sein werden. Anfang Dezember hielten die internationalen Investoren zusammen noch 39 Prozent an der VA Tech, mittlerweile soll dieser Anteil aber beträchtlich gestiegen sein. Siemens hat sich im Angebot jedenfalls vorbehalten, notfalls auf die Bedingung auch verzichten zu können.
Unabdingbar ist für Siemens hingegen, dass der Konzern zumindest mehr als 50 Prozent der VA Tech erwerben will. Gelingt das nicht, will sich Siemens langfristig auch wieder von seiner jetzigen VA Tech-Beteiligung trennen, erklärte Hochleitner zuletzt. (apa/red)
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