Endlich ein Sieg bei Großereignis: Martin Höllwarth nach Bischofshofen erleichtert
- Triumph zum Tournee-Abschluss 8. WC-Erfolg für 'Hölli'
- Ahonen nach verpatztem Grand Slam als 'fairer Verlierer'
·Höllwarth gewinnt in Bischofshofen
Ahonen Tournee-Sieger, verpasst aber Grand Slam
·Janne Ahonen fliegt wieder allen davon
Isel-Sieg vor Malysz, Janda
und Thomas Morgenstern
·Ahonen gewinnt auch in Garmisch!
Morgenstern auf Platz 2, tolles Ergebnis für ÖSV
·Ahonen siegt zum Auftakt in Oberstdorf
Martin Höllwarth als bester Österreicher auf Rang fünf
Ende gut, alles gut. Österreichs Skispringer durften nach dem verpatzten Start zur 53. Vierschanzen-Tournee in Oberstdorf zum Abschluss endlich jubeln, Martin Höllwarth feierte in Bischofshofen den ersten Saisonsieg für den ÖSV. Sein insgesamt achter Weltcupsieg war sein bisher wichtigster. Nicht, weil er damit den "Tournee-Grand-Slam" von Janne Ahonen verhindert hat, sondern weil der mittlerweile 30-jährige Tiroler endlich auch einen Sieg bei einem wirklich großen Springen geschafft hat.
"Ich habe am Anfang zu sehr auf Janne geschaut und mich nicht genug auf meine Sprünge konzentriert. Dass es jetzt so schnell gegangen ist, ist eine wunderschöne Überraschung", freute sich der zweifache Familienvater.
Ahonen zeigte sich als fairer "Verlierer". "Ich bin nicht enttäuscht, ich bin sehr glücklich. Hölli war etwas besser als ich. Eigentlich mag ich die Schanze in Bischofshofen, vielleicht habe ich auch etwas zu viel an die Gesamtwertung gedacht", meinte er. Allerdings hat es für den Finnen am Tournee-Schlussort noch nie zu einem Sieg gereicht, er hält jetzt bei vier zweiten Rängen.
Goldener Anzug ein gutes Omen
Kleine Mosaiksteine wie ein neuer, goldener Anzug, der tatsächlich zum "guten Omen" wurde, und auch neue Schuhe haben ihren Beitrag zu Höllwarths Sieg geleistet. "Einen größeren Teil hat mein mentaler Zugang bewirkt. Bis jetzt war mir das Training nie wirklich wichtig und ich hab dann immer sehr viel aufholen müssen, jetzt habe ich schon im Training mehr ausprobiert."
Cheftrainer Alex Pointner war hocherfreut. "Hölli hat zum ersten Mal auch im Training und der Qualifikation den Level oben gehalten. Ich habe immer gewusst, wenn der Spagat zwischen Wettkampf und Training nicht so groß ist, kann er Unglaubliches erreichen. Er hat endlich ein großes Springen gewonnen, das war wichtig für ihn."
Höllwarth hat aber schon jetzt seine vielleicht beste Saison absolviert: In bisher zwölf Saisonbewerben war er nie schlechter als Neunter, der Sieg am Dreikönigstag war der fünfte Podestplatz und immerhin hat er schon 77.000 Schweizer Franken (49.684 Euro) an Preisgeld verdient. Nicht nur bei der Tournee hat er nun zum bereits dritten Mal den zweiten Gesamtrang erreicht, auch im Weltcup ist "Hölli" nun erster Verfolger von Überflieger Ahonen.
"Druck ist zuletzt immer größer worden"
Die Saison hat für Höllwarth schon in Kuusamo ("nicht gerade meine Lieblingsschanze") mit einem dritten Rang ausgezeichnet begonnen. "Damit war gleich der Qualifikationsdruck weg. Und seit Engelberg ist die Qualität der Sprünge gestiegen."
Ob nun der berühmte Knoten gelöst sein könnte? "Ich glaube schon, dass es ein bisserl was bewirken wird. Der Druck ist zuletzt immer größer worden. Wir waren gut, aber ned ganz. Durch den Sieg ist die Mauer durchbrochen, und jetzt liegt es an uns, den Schwung mitzunehmen."
Für die Springer ging es schon am Freitagvormittag via Flugzeug nach Paderborn. Am Samstag findet in Willingen die Mannschafts-WM-Generalprobe statt. Am Sonntag steht ein Einzelspringen auf dem Programm. (apa/red)
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