Rot-weiß-roter Erfolg zum Abschluss: Martin Höllwarth gewinnt in Bischofshofen
- Erster österreichische Weltcup-Sieg in dieser Saison
- Ahonen Tournee-Sieger, verpasst aber den Grand Slam
Ein Österreicher hat Janne Ahonen den Traum vom "Grand Slam" verpatzt: Ahonen lag beim Finale in Bischofshofen bis zu dem nach dem ersten Durchgang führenden Martin Höllwarth noch auf Kurs, alle vier Bewerbe einer Tournee zu gewinnen, doch der 30-jährige Tiroler übertrumpfte den 27-jährigen Finnen um sechs Punkte. Ahonen musste sich nach sechs Weltcup-Siegen en suite vor 18.000 Zuschauern am Dreikönigstag zwar in der Tageswertung geschlagen geben, durfte sich aber über seinen dritten Gesamtsieg bei der Tournee nach 1998/99 und 2002/03 freuen.
Der achte Weltcupsieg von Höllwarth war gleichzeitig der erste ÖSV-Erfolg seit 18. Jänner 2004 in Zakopane, auch damals hieß der Sieger Höllwarth, und der erste ÖSV-Tournee-Tageserfolg seit exakt fünf Jahren. Höllwarth war nach seinem ersten Tournee-Tagessieg beim 14. Antreten bei diesem Großereignis überhaupt glücklich. "Es war heute wirklich ein genialer Tag für mich. Ich habe gar ned die Supersprünge gehabt, aber das Programm durchgezogen, und es hat endlich mal gereicht", freute sich Höllwarth, der wie im Vorjahr auch in der Gesamtwertung Platz zwei belegte.
"Dieser Sieg ist für mich total schön, weil es der erste bei einem Tourneespringen ist. Es bedeutet für mich sehr viel, weil ich habe in Innsbruck ein bisserl etwas umgestellt. Der Weg macht sich bezahlt, ich werde ihn fortsetzen." Auch ein neuer Schanzenrekord von 143,5 Metern von Daiki Ito, der sich damit vom neunten auf den dritten Tagesrang katapultierte, sowie ein 140,5-m-Flug von Ahonen konnten den Halbzeitführenden in der vielleicht hochklassigsten Konkurrenz der gesamten Saison nicht mehr vom Sieg abhalten.
Morgenstern ist "voll zufrieden"
Auch Thomas Morgenstern bot mit Rang fünf ein Mal mehr eine Topleistung und landete damit bei seiner dritten Tournee erstmals auf dem Stockerl in der Gesamtwertung, nur 0,2 Punkte vor Adam Malysz. "Ich bin voll zufrieden. Es waren zwei sehr, sehr gute Sprünge. Der Hölli hat uns mit seinem Sieg gezeigt, dass wir Ahonen schlagen können. Als Gesamt-Dritter habe ich mein Ziel erreicht."
Janne Ahonen jubelte über seinen Gesamttriumph. "Es war eine sehr gute Tournee für mich, alle vier Wettkämpfe waren sehr gut. Auch wenn ich heute nur Zweiter geworden bin, bin ich trotzdem glücklich. Jetzt könnt ihr alle sehen, dass es nicht unmöglich ist, mich zu schlagen."
ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner freute sich über den überfälligen ersten Tagessieg seiner jungen Ära. "Ein sehr gutes Gefühl, ich freue mich irrsinnig für die ganze Mannschaft und speziell für Hölli. Und ganz besonders, dass es uns zum Tournee-Abschluss gelungen ist." Der nordische Direktor Toni Innauer fühlte sich auch in seiner Trainerwahl bestätigt. "Da ist eine sehr gute Stimmung drin. Man kann schon von einem kleinen Meisterstück sprechen und ich bin froh, dass wir auch einmal das Glück gehabt haben."
Wolfgang Loitzl (11.) und Andreas Widhölzl (16.) sorgten ebenfalls für gute Platzierungen, auch Florian Liegl (22.) und Balthasar Schneider (23.) zeigten ansprechende Leistungen. Der 32-jährige Andreas Goldberger schaffte bei seiner möglicherweise letzten Tournee-Teilnahme zwar den Einzug ins Finale, stürzte in diesem aber als 24. des ersten Durchgangs kurz nach der Landung, weil ihm eine Bindung aufgegangen war. "Goldi" kam aber glimpflich davon, er erlitt eine Blessur am linken Knie.
Von den elf Österreichern im K.o.-Durchgang schieden mit Mathias Hafele, Manuel Fettner, Martin Koch und Reinhard Schwarzenberger vier aus.
| Ergebnisse des Tourneebewerbs in Bischofshofen: | |||
| 1. | Martin Höllwarth | AUT | 277,0 (135,0/137,5) |
| 2. | Janne Ahonen | FIN | 271,0 (132,0/140,5) |
| 3. | Daiki Ito | JPN | 269,5 (127,0/143,0/SR) |
| 4. | Jakub Janda | CZE | 265,2 (132,0/132,0) |
| 5. | Thomas Morgenstern | AUT | 263,9 (130,5/135,0) |
| 6. | Roar Ljökelsöy | NOR | 262,7 (130,0/136,5) |
| 7. | Adam Malysz | POL | 262,1 (132,5/134,5) |
| 8. | Georg Späth | GER | 256,3 (128,0/135,5) |
| 9. | Sigurd Pettersen | NOR | 252,1 (125,5/136,5) |
| 10. | Noriaki Kasai | JPN | 245,9 (128,5/129,5) |
| 11. | Wolfgang Loitzl | AUT | 245,1 (125,0/132,0) |
| 12. | Matti Hautamäki | FIN | 242,4 (127,5/130,5) |
| 13. | Michael Uhrmann | GER | 239,4 (125,0/130,5) |
| 14. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 227,5 (123,5/126,5) |
| 15. | Daniel Forfang | NOR | 227,4 (125,0/125,5) |
| 16. | Andreas Widhölzl | AUT | 226,4 (121,0/127,0) |
| 17. | Henning Stensrud | NOR | 219,2 (122,0/124,5) |
| 18. | Rok Benkovic | SLO | 216,6 (121,5/123,0) |
| 19. | Michael Möllinger | SUI | 215,4 (120,0/123,0) |
| 20. | Andreas Küttel | SUI | 214,8 (120,0/123,5) |
| 21. | Jörg Ritzerfeld | GER | 214,3 (120,0/123,5) |
| 22. | Florian Liegl | AUT | 212,4 (121,5/121,5) |
| 23. | Balthasar Schneider | AUT | 211,8 (121,5/122,0) |
| 24. | Maximilian Mechler | GER | 210,1 (120,5/121,5) |
| 25. | Alexander Herr | GER | 208,1 (121,0/121,0) |
| 26. | Lars Bystöl | NOR | 201,6 (116,0/121,0) |
| 27. | Andreas Goldberger | AUT | 193,4 (119,5/123,5/gest.) |
| 28. | Kazuya Yoshioka | JPN | 191,9 (116,5/116,5) |
| 29. | Akira Higashi | JPN | 190,6 (114,0/118,0) |
| 30. | Jan Matura | CZE | 184,6 (114,0/115,5) |
| Tournee-Gesamtwertung: | ||
| 1. | Ahonen | 1043,3 Punkte |
| 2. | Höllwarth | 994,2 |
| 3. | Morgenstern | 985,5 |
| 4. | Malysz | 985,3 |
| 5. | Janda | 972,8 |
| 6. | Ljökelsöy | 969,7 |
| 7. | Ito | 962,7 |
| 8. | Uhrmann | 939,0 |
| 9. | Späth | 928,5 |
| 10. | M. Hautamäki | 922,2 |
| 13. | Loitzl | 859,6 |
| 16. | Widhölzl | 769,9 |
| 28. | Goldberger | 581,7 |
| 31. | Liegl | 512,4 |
| 32. | Schneider | 474,6 |
(apa/red)
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