Samstag, 8. Jänner 2005

Untersuchung gegen Di Canio: Wegen
"faschistischem Gruß" in Bedrängnis

  • Ausgestreckter rechter Arm bei Torjubel im Rom-Derby
  • Unterstützung des Faschismus gesetzlich verboten

Paolo Di Canio von Lazio Rom stehen harte Wochen bevor. Der italienische Fußballverband leitete eine Untersuchung gegen den Lazio-Kapitän ein, der am Donnerstag beim Stadtderby gegen AS Roma seine Anhänger angeblich mit einem faschistischen Gruß gefeiert hatte. Das Bild von Di Canios "römischen Gruß" wurde von allen großen italienischen Zeitungen veröffentlicht.

Der 36-jährige Routinier hatte nach seinem Tor des 1:0 vor den Lazio-Ultras seinen ausgestreckten rechten Arm gezeigt. Auf dem selben Arm hat Di Canio eine Tätowierung mit der Schrift "Dux" eingraviert. Di Canio droht eine längere Sperre. Unterstützung des Faschismus ist in Italien gesetzlich verboten.

Di Canios Geste wurde in römischen Fußballkreisen scharf kritisiert. "Mit seinem Verhalten hat Di Canio dem Image seines Klubs zutiefst geschadet, der eigentlich den Sieg auf dem Spielfeld vollkommen verdient hat", meinte Roma-Sportdirektor Franco Baldini. Der Spieler wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Ich bin ein Profi und halte die Politik vom Stadion fern. Ich habe mein Tor gefeiert und meinen Arm ausgestreckt. Das ist keine politische Geste", so Di Canio. (apa)

8.1.2005 12:46