Nordische Kombination: Mario Stecher Zweiter in Schonach hinter Manninen
- Gottwald wird Sechster, Bieler auf Platz zehn
- Finne Manninen übernimmt Weltcupführung
Österreichs Nordische Kombinierer sind bestens gerüstet, wenn der Weltcup am Wochenende in Seefeld Station macht. Das zeigte sich am Dreikönigstag in Schonach, wo Mario Stecher mit Rang zwei hinter dem siegreichen Finnen Hannu Manninen überraschte und mit Felix Gottwald (6.), Christoph Bieler (10.), Michael Gruber (13.) und der junge David Zauner (18.) ebenfalls mit starken Leistungen aufwarteten. Diese starke Mannschaftsleistung hatte auch zur Folge, dass Österreich die Deutschen als Leader im Nationencup ablöste.
Mann des Tages war Manninen, der vom achten Platz nach dem Springen auf Platz eins lief und mit dem 24. Weltcupsieg seiner Karriere - dem zweiten in dieser Saison - auch die Führung im Gesamt-Weltcup übernahm. Der Finne, der auch den mit 10.000 Euro dotierten Deutschlandpokal (Gesamtwertung aus Oberhof, Ruhpolding und Schonach) gewann führt nun mit 546 Punkten knapp vor Ronny Ackermann (540), der nach seinem Absturz im Springen (nur 41. nach einem 67 m-Hüpfer) zum Langlauf nicht mehr antrat.
Der Deutsche ("Solche Sprünge passieren halt manchmal, wenn man ans Limit geht") verzichtete angesichts seines aussichtslosen Rückstands von 5:32 Minuten und seines angeschlagenen Gesundheitszustandes (Mandelentzündung) auf ein Antreten, um am Wochenende in Seefeld wieder fit zu sein.
Doch nach dem Finnen kamen schon die Österreicher. Allen voran Stecher, der bei strömendem Regen mit einer starken Laufleistung (6.) vom sechsten auf den zweiten Rang vorstürmte und damit erstmals seit Jänner 2003 (Dritter in Oberhof) wieder einen Podestplatz schaffte. "Ich bin froh, dass ich seit Oslo 1998 endlich wieder einmal Zweiter bin. Ich bin stolz auf diese Leistung, denn mit mir hat keiner gerechnet. Ich habe nun alles eines Besseren belehrt", sagte der 27-jährige Steirer, der im Finish dank einer taktischen Meisterleistung noch die schon etwas müden Rivalen Daito Takahashi (JPN) und Sprunglaufsieger Todd Lodwick (USA) noch abgefangen hatte.
Gottwald im Springen wieder enttäuschend
Gottwald vergab die Chance auf seinen dritten Podestplatz in dieser Saison nach Trondheim und Oberhof (jeweils Dritter) bereits mit einem 20. Rang im Springen, doch in der 15 km-Loipe demonstrierte der knapp 29-jährige Salzburger wieder seine absolute Klasse. Felix war vor Manninnen der schnellste Mann und schaffte damit noch den Vorstoß auf Rang sechs. "Dieser Platz geht in Ordnung, denn bei diesem Rückstand war nicht viel mehr drin", resümierte Gottwald.
Chefcoach Günther Chromecek, der mit den Leistungen seiner Schützlinge hochzufrieden war, zeigte sich vor allem von der "gewaltigen Laufleistung" Stechers beeindruckt. "Er ist viel stabiler geworden und hat diesmal auch ein Super-Material erwischt. Ich hoffe, dass er jetzt wieder öfter auf dem Stockerl steht." Bei Gottwald ("Er hatte leider nur einen guten Sprung") wäre bei einer besseren Ausgangsposition nach dem Springen noch weit mehr möglich gewesen. Große Freude hatte der Coach auch mit dem 19-jährigen Eisenerzer Zauner, der trotz widriger Bedingungen mit Rang 18 (nach Platz vier im Springen) das beste Resultat seiner Karriere verzeichnete. (apa)
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