Schwere Unwetter über Nordeuropa: Mindestens 14 Menschen fanden den Tod!
- Dänemark, Schweden, GB & Deutschland betroffen
- Sturm zieht weiter nach Estland und nach Russland
Mindestens 14 Menschen sind am Wochenende bei schweren Unwettern im Norden Europas ums Leben gekommen. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern zogen orkanartige Sturmböen mit heftigen Regenfällen am Samstag und in der Nacht zum Sonntag über Großbritannien, Dänemark, Schweden und die deutsche Nord- und Ostseeküste hinweg, entwurzelten Bäume, knickten Strommasten um und sorgten für Chaos auf Straßen, Schienen und beim Fährverkehr.
In Schweden starben mindestens sieben Menschen, in Dänemark vier und in Großbritannien gab es mindestens drei Opfer. In Schleswig-Holstein wurden zwei Kajak-Fahrer vermisst. Tausende Häuser wurden überflutet, hunderttausende Haushalte waren ohne Strom.
Mindestens sieben Menschen wurden nach Angaben der Polizei im Süden und Westen Schwedens von umstürzenden Bäumen oder bei Unfällen getötet. Mehr als 400.000 schwedische Haushalte waren bis Sonntag ohne Strom. Die Bahn stellte die Nacht über ihren Betrieb im Süden des Landes ein, und auch der Verkehr über die Öresund-Brücke nach Kopenhagen sowie dutzende Fährverbindungen wurden gestoppt.
Der Einsatzleiter des Katastrophenschutzes, Jonas Petri, sprach von einer "chaotischen Situation". In einigen Regionen seien Bäume "wie Kegel" umgefallen. Göteborg stand am Sonntag teilweise unter Wasser, in Stockholm gab es Probleme beim öffentlichen Verkehr.
In Großbritannien meldete die Polizei mindestens drei Tote und zwei Vermisste. Die Ortschaft Carlisle im Nordwesten Englands stand weitgehend unter Wasser, etwa tausend Haushalte waren überflutet. Dort fand die Polizei drei Leichen von mutmaßlichen Opfern der Überschwemmung. Tausende Einwohner mussten ihre Häuser verlassen, Hubschrauber retteten mindestens 15 Familien vom Dach ihrer überfluteten Heime.
In Bradford sowie im schottischen Forres suchten Rettungsteams nach zwei Vermissten, die von überflutenden Flüssen mit sich gerissen wurden. Auch in anderen Orten Großbritanniens mussten die Menschen aus ihren überschwemmten Häusern evakuiert werden; Lastwagen wurden von den Böen umgeblasen wie Pappschachteln.
An der Westküste Schottlands mussten nach Angaben der Küstenwache rund hundert Passagiere und Besatzungsmitglieder die Nacht über an Bord einer gestrandeten Fähre verbringen. Die "European Highlander" war am Samstagmorgen auf dem Weg von Larne in Nordirland nach Schottland abgedriftet und auf der Höhe von Cairnryan auf dem Strand aufgelaufen. Wegen der stürmischen See konnte die Fähre erst am Sonntag wieder freigeschleppt werden.
In Dänemark wurden nach Angaben der Behörden zwei Autofahrer von umknickenden Bäumen erschlagen, zwei weitere Menschen wurden getötet, als der Wind ein Hausdach herunterriss. Der Flughafen von Kopenhagen wurde für mehrere Stunden geschlossen, ebenso wie der südschwedische Flughafen Malmö Sturup. Vor der Westküste konnte ein Rettungsschiff erst nach Stunden die 15 Mannschaftsmitglieder eines dänischen Frachters bergen, die sich nach einem Brand an Bord in die Rettungsboote geflüchtet hatten.
Deutschland
Auch über den Norden Deutschlands peitschten heftige Stürme hinweg. Auf dem Brahmsee in der Nähe von Kiel kenterten zwei Kajakfahrer und wurden vermisst. In ganz Schleswig-Holstein kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen; der Sturm erreichte zeitweise eine Stärke von zwölf. Am Samstagnachmittag stellten sämtliche Fähren in dem Küstenland ihren Betrieb ein. Mehrere Brücken wurden teilweise ganz gesperrt. Im ganzen Bundesland standen die Züge still. Bis Sonntagmittag hatte sich der Zugverkehr jedoch weitgehend wieder normalisiert.
Unwetter erreichen St. Petersburg
Das Sturmtief über Nordosteuropa hat am Sonntag Straßenzüge in Russlands nördlicher Metropole St. Petersburg überschwemmt. Helfer retteten zwei junge Frauen, die mit ihrem Wagen in die Fluten geraten waren und brachten sie verletzt in ein Krankenhaus, teilte der Zivilschutz der Stadt mit.
In der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) entwurzelte der Orkan Bäume und zerriss zahlreiche Stromleitungen. Am Sonntagnachmittag erreichte der Sturm die Hauptstadt Moskau, wo die Behörden hohe Gebäude, Gerüste und Reklametafeln gegen die Böen sicherten. (apa/red)
