Zusammenstoß von zwei Zügen bei Bologna: 14 Tote und mindestens 80 Verletzte!
- Ein Personen- und ein Güterzug in Unfall verwickelt
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Bei einem schweren Zugunglück auf einer eingleisigen Strecke in Norditalien sind am Freitag mindestens 16 Menschen getötet worden. Bei dem Frontalzusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzug bei dichtem Nebel wurden nach Behördenangaben auch rund 80 Fahrgäste verletzt, etwa ein Dutzend von ihnen schwer.
Rettungstrupps hatten zunächst von 15 Toten und 17 Verletzten gesprochen, jedoch habe es "einige Konfusion gegeben", sagte der zuständige Leiter der Feuerwehr. Da die Bergungsarbeiten voraussichtlich die ganze Nacht dauern würden, rechneten die Behörden damit, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen könnte.
In ersten Reaktionen war bereits von einer "angekündigten Katastrophe" die Rede, weil sich ein geplanter Ausbau der Strecke Bologna-Verona verzögert hatte. Am Unfallort waren am Nachmittag rund 200 Feuerwehrleute, der Zivilschutz und zahlreiche Krankenwagen im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auch viele Menschen aus der Umgebung beteiligten sich spontan an den Rettungsarbeiten.
Unter den Toten, die bereits aus den Trümmern geborgen wurden, sind auch vier Lokführer. Die Wucht des Zusammenpralls wurde den Angaben zufolge noch dadurch verstärkt, dass der Güterzug in seinen vorderen Waggons schwere Eisenträger transportiert hat. Beide Züge entgleisten, der erste Waggon des regionalen Personenzuges richtete sich fast senkrecht auf. Das italienische Fernsehen zeigte Bilder von der Unglücksstelle, auf denen die Trümmer der beiden Züge völlig ineinander verkeilt erschienen.
Das Unglück ereignete sich gegen 13.00 Uhr in der Nähe des Ortes Bolognina di Crevalcore, etwa 25 Kilometer von der Stadt Bologna in der Region Emilia Romagna entfernt. Wahrscheinlich habe ein Lokführer ein Rotlicht übersehen, hieß es. Der Personenzug hätte im Bahnhof von Bolognina, der zweispurig ist, das Passieren des Güterzuges abwarten müssen, sei aber wahrscheinlich irrtümlich weitergefahren, wurde nach einer ersten Rekonstruktion des Unfallhergangs berichtet.
Die Strecke Bologna-Verona ist eingleisig. Erst in den vergangenen Jahren gab es Bestrebungen, sie auf zwei Gleise auszubauen. Wegen der Verzögerung bei den Arbeiten hatte es immer wieder Kritik gegeben, da es sich um eine für Italien wichtige Bahnlinie handelt, die im Norden in Richtung Brenner weiterführt.
Bologna liegt am südlichen Ende der Poebene, die als berüchtigtes Nebelgebiet bekannt ist. Besonders im Winter hält sich in dieser Senke die nachts gebildete feuchte Kaltluft, die häufig zu dichtem Nebel und Hochnebel führt. Zur Unglückszeit habe die Sichtweite unter 50 Metern gelegen, hieß es.
(apa/red)
