Dienstag, 11. Jänner 2005

Misshandlungen & Folter in Abu Ghraib: 19-Jähriger Soldat zu Haftstrafe verurteilt

  • Britischer Soldat soll Zivilisten gequält haben
  • "Erinnerungsfotos" überführten den Angeklagten

Wegen Misshandlungen von Zivilsten im Irak- Krieg ist ein britischer Soldat am Dienstag zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein britisches Militärgericht im deutschen Stationierungsort Bergen bei Celle verfügte zudem die unehrenhafte Entlassung des 20-Jährigen.

Nach britischen Medienberichten soll er Fotos gemacht haben, als drei Kollegen mehrere Iraker misshandelten und sexuell demütigten. Das Strafmaß war zunächst nicht bekannt. Es war das erste Urteil gegen einen britischen Soldaten wegen Übergriffen im Irak.

Kritik hatte es an der Geheimhaltung des Prozesses gegeben. Das Militärgericht in Bergen hatte eine Nachrichtensperre verhängt. Der Richter und die Regierung in London begründen dies damit, dass nur so faire Verfahren in ähnlichen Fällen garantiert werden könnten. Manche britische Journalisten dagegen sprechen von "Geheimjustiz" und Vertuschung.(apa/red)

11.1.2005 17:59