Hoffnungsvolles Wahlversprechen: Abbas will neue Friedensgespräche mit Israel
- PLO-Chef gilt als Favorit für die Nachfolge Arafats
- Befehlsverweigerung: Israels Militärs droht Entlassung
Der palästinensische Präsidentschaftskandidat Abbas will im Falle seines Wahlsiegs am Sonntag neue Friedensgespräche mit Israel beginnen: "Wir sind bereit, den Friedensplan voll umzusetzen". Der PLO-Chef gilt als Favorit für die Nachfolge Arafats. Unterdessen wollen einige israelische Soldaten und Polizisten den Befehl zur Räumung des Gazastreifens verweigern.
Abbas sagte weiter, die palästinensische Seite sei bereit den internationalen Nahost-Friedensplan vollständig umzusetzen. Der Plan sieht unter anderem die Errichtung eines palästinensischen Staates vor. Auf die Frage, ob er den israelischen Ministerpräsidenten Sharon bei möglichen Verhandlungen als Partner betrachte, antwortete Abbas: "Ariel Scharon ist ein gewählter Regierungschef, und wir werden mit ihm verhandeln."
Einigen israelischen Militärs droht indes wegen Befehlsverweigerung die Entlassung. Armeechef Yaalon ließ mehr als 30 Reserveoffiziere, die eine Petition gegen den Einsatz zur Räumung jüdischer Siedlungen unterschrieben hatten, zu Gesprächen einbestellen. "Jeder Offizier, der die in dem Brief geäußerten Ansichten weiter vertritt, wird aus seiner Dienstpflicht entlassen und aus der israelischen Armee entfernt", drohte die Militärführung.
Reserveoffiziere der Armee und des Grenzschutzes hatten in dem Schreiben erklärt, sie verlangen von der Armee, "dass sie uns nicht zu Handlungen zwingt, die unsere Überzeugungen und unser Gewissen verletzen". Alle 34 Reserve-Offiziere, die sich in dem Brief äußerten, sind selbst Siedler. Sharons Abzugsplan sieht vor, bis Ende dieses Jahres 21 jüdische Siedlungen im Gazastreifen und 4 im Westjordanland aufzugeben. (apa)
