Am "Tag der Armee": Irak bekommt eine neue, nationale Streitkraft
- Nationalgarde und Armee wurden zusammengefasst
- 120.000 Soldaten werden von US-Militär ausgebildet
·Irak: Nachbarn bieten Wahlhilfe an
Weg der Demokratisierung
soll eingehalten werden
·Blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte
Irak: Mindestens 25 Opfer durch Sprengstoff-Terror
Die nach der US-Invasion 2003 im Irak geschaffene neue Armee und die für die Aufstandsbekämpfung im Land zuständige Nationalgarde sind zu einer Streitkraft zusammengefasst worden. Eine entsprechende Verordnung der irakischen Übergangsregierung trat am Donnerstag, dem traditionellen "Tag der Armee", in Kraft.
In der kombinierten nationalen Streitkraft, die vom US-Militär ausgebildet wird, dienen 120.000 Soldaten. 80.000 von ihnen kommen von der Armee, 40.000 von der Nationalgarde. Die 400.000 Mann starke alte Armee des Saddam-Regimes war nach dem US-Einmarsch im April 2003 von der US-Besatzung aufgelöst worden.
Beobachter sahen in den arbeitslos gewordenen Soldaten und Offizieren eine entscheidende Kraft des bewaffneten anti- amerikanischen Aufstandes. Heute setzt das US-Militär große Hoffnungen in den Aufbau der neuen irakischen Streitkräfte. Nach diesen Vorstellungen sollen sie später in der Lage sein, den Großteil der fast 150.000 US-Soldaten im Irak zu ersetzen.
Die einheimischen Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter werden allerdings immer öfter zum Ziel von Übergriffen der Aufständischen. Insgesamt kamen in den vergangenen fünf Tagen mindestens 90 irakische Sicherheitskräfte bei Anschlägen ums Leben, über 1.300 waren in den vergangenen vier Monaten getötet worden.
Der "Tag der Armee" wurde erstmals 1921 gefeiert, als unter britischer Besatzung das erste irakische Regiment sein Gelöbnis ablegte. Zuvor hatte das Land als Teil des Osmanischen Reichs keine eigenen Streitkräfte. Der "Tag der Armee" wurde auch unter Saddam als hoher Feiertag begangen. Im vergangenen Jahr, dem ersten Jahr unter US-Besatzung, hatte der damalige provisorische Regierungsrat des Iraks seine Fortdauer erklärt. (apa/red)
