Dienstag, 4. Jänner 2005

Nach Flut-Katastrophe: Ferrero-Waldner irritiert mit Vorstoß für Krisentruppe!

  • EU-Sprecher: "Verfrüht über solche Details zu sprechen"
  • Barroso behält sich entsprechende Vorschläge vor

Die österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner hat am Dienstag mit der Anregung, eine Krisenmanagementtruppe der EU aufzubauen, für Verwunderung und Irritation in ihrer Behörde gesorgt. Es sei "verfrüht über solche Details zu sprechen", sagte EU-Kommissionssprecher Gregor Kreuzhuber zu Mittag in Brüssel vor Journalisten dazu. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso werde bei der Geberkonferenz am Donnerstag in Jakarta seine Vorschläge vorlegen.

Jetzt gehe es zunächst darum, Menschenleben zu retten. Dann müsse der Wiederaufbau der betroffenen Gebiete angegangen werden, so Kreuzhuber. Dann erst wolle Barroso seine Vision und die Vision der EU-Kommission über künftige Reaktionen auf Naturkatastrophen kund tun. Vorerst gebe es keinen formalen Vorschlag der EU-Kommission zu so einer Kriseneinsatztruppe. Es sei aber "natürlich und normal", dass die für Außenbeziehungen zuständige EU-Kommissarin einen Beitrag zur Diskussion leiste.

Für Ferrero-Waldners Sprecherin Emma Udwin hat die EU-Kommissarin hingegen mit ihrem heutigen Auftritt in den Medien einen konkreten Vorschlag gemacht. Es gebe "verschiedene Möglichkeiten" Vorschläge zu lancieren, sagte sie auf Anfrage der APA. Auch andere EU-Kommissare hätten sich in der Weihnachtszeit mit in den Medien veröffentlichten Ideen hervorgetan.

Im Deutschlandfunk sagte Ferrero-Waldner nach Angaben der dpa, sie denke an "circa 5000 zivile Personen (...), die (...) sozusagen stand by von den einzelnen Ländern abrufbar wären". Sie gehe davon aus, dass der Aufbau einer solchen Gruppe bis 2007 gelingen könne. Der Kommissarin schwebt eine zentrale Koordination dieser nationalen Experten vor. In der "Financial Times" zieht Ferrero-Waldner einen Vergleich zu den Battle groups der EU, die derzeit im Entstehen begriffen sind. Diese Kampfeinheiten zu jeweils 1500 Mann sollen binnen kurzer Zeit entsendet werden können. (apa/red)

4.1.2005 15:33