Samstag, 8. Jänner 2005

Österreichisches Flut-Opfer beigesetzt: Gebürtiger Wiener in Phuket eingeäschert

  • Vater und Schwester zu Trauerfeier angereist
  • "Ich wollte ihn sehen, es war so schlimm"

Im Wat Dai Tempel auf der Ferieninsel Phuket wurde am Samstag der gebürtige Wiener Heinz Oswald (45) nach einer buddhistischen Trauerfeier eingeäschert. Er hatte seit 18 Jahren in Thailand gelebt und auf Phi Phi eine Tauchschule betrieben. Dort kam er bei dem Tsunami am 26. Dezember ebenso wie seine zwei Töchter - aus erster und zweiter Ehe - ums Leben.

An der Trauerfeier für den 45-Jährigen nahmen die aus Thailand stammende Witwe, die mit dem gemeinsamen Sohn den Fluten entkommen war, asiatische und europäische Freunde des Opfers sowie der derzeit in Phuket tätige Konsul Gerhard Götz und österreichische Helfer teil. Auch Vater Josef Oswald und Schwester Claudia Neumeister waren aus Wien angereist. "Ich wollte ihn sehen, dass ich es glauben kann. Es war so schlimm", erzählte die Frau von ihrer Fahrt nach Krabi, wohin die Leiche ihres Bruders gebracht worden war.

Trotz ihrer eigenen Trauer dachte Claudia Neumeister daran, dass es "so viele Familien" gebe, die ihre Verwandten "nie wieder bekommen" würden. "Wir haben Heinz und Anna." Die Zehnjährige war ebenso wie ihre Halbschwester Tina (12) und ihr Vater ums Leben gekommen. Die Trauerfeier für Anna findet am Montag statt. Ihr Sarg stand am Samstag neben dem ihres Vaters. Tina wurde bereits eingeäschert.

"Thailand war sein Leben", erzählte Claudia Neumeister über ihren Bruder. Die Tauchschule auf Phi Phi habe er seit zehn Jahren betrieben. Jetzt habe er endlich einen Geschäftsführer gefunden. "Heinz wollte nach Phuket, um mehr Zeit für seine Familie zu haben", so die Schwester. (apa/red)

8.1.2005 13:36