Hilfe nach Flut: Organisationen begeistert
von Spendenwelle aus Österreich
- Rund 20 Millionen Euro allein für "Nachbar in Not"
- Caritas-Präsident: "Weihnachten dauert noch immer an"
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Bei den heimischen Hilfsorganisationen, die um Geld für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien gebeten haben, herrscht dieser Tage Begeisterung über die Spendenbereitschaft der Österreicher. Rund 20 Millionen Euro sind bis Freitag allein bei "Nachbar in Not" eingegangen. "Ärzte ohne Grenzen" rufen mittlerweile dazu auf, die Spenden an ihre Organisation nicht mehr extra für die Flut zweckzuwidmen, da auch andere Krisengebiete weiter versorgt werden müssen.
"Gigantisch", meinte Christine Kaiser von ORF - Humanitarian Broadcasting, wenn sie an das Spendenergebnis der "Nachbar in Not" Sammlung für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien denkt: 18,5 Millionen Euro seien bis jetzt zusammengekommen. Wenn man die Zahl mit der "Licht ins Dunkel" Aktion von 2003/2004 vergleicht, die mit 13,1 Millionen das höchste Ergebnis in der Geschichte der Aktion eingebracht habe, sei das jetzige Sammelergebnis schon "sehr, sehr hoch".
Auch bei der Caritas ist man überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Österreicher. 3,6 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe lautet der jüngste Spendenstand (per 4. Jänner). "Die Spendenbereitschaft ist so groß, wie in den vergangenen Jahren noch nie. Das schließt an die großen Spendenbezeugungen während der 'Nachbar in Not'-Aktion für den Konflikt in Ex-Jugoslawien und für das Hochwasser an", meinte Caritas-Präsident Franz Küberl im Interview mit der APA begeistert. "Alle sind bereit zu teilen. In diesem Sinne dauert Weihnachten noch immer an".
Beim Roten Kreuz (ÖRK) verzeichnet man mittlerweile einen Eingang von 2,5 Millionen Euro. Zur Zeit gehe es hauptsächlich darum, Hygieneartikel, Medikamente und Nahrungsmittel zu organisieren. In weiterer Folge müsse man jedoch auch an infrastrukturelle Investitionen denken, meldete Bernhard Jany aus dem ÖRK-Generalsekretariat im Gespräch mit der APA weiteren Finanzbedarf an.
"Unglaublich" meinte auch Gabriele Faber-Wiener von "Ärzte ohne Grenzen" im Gespräch mit der APA zu der aktuellen Summe von einer Million Euro in Österreich und 70 Millionen Euro weltweit. Vor zwei Tagen sei man noch bei 35 Millionen Euro gewesen. Die Organisation ruft mittlerweile dazu auf, die Spenden nicht "zweckzuwidmen". Wer den Einsatz der "Ärzte ohne Grenzen" sinnvoll unterstützen will, solle beim Spenden das Kennwort "Notfallfonds" und nicht "Seebeben" verwenden. "Der Bedarf unserer Nothilfe für die Flutkatastrophe ist gesichert, Darfur existiert aber weiterhin und unsere Mitarbeiter sind noch immer dort", appellierte Faber-Wiener, andere Krisengebiete nicht zu vergessen.
Auch Angelika Schwaiger von SOS-Kinderdorf ortete im APA-Interview eine "unwahrscheinlich" hohe Spendenbereitschaft. 2.500 Patenschaften zu monatlichen 15 Euro über ein halbes Jahr hinweg seien bis jetzt übernommen worden. Man hoffe natürlich darauf, dass zahlreiche Patenschaften langfristig bleiben. (apa/red)
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