"Geschmacklos und pietätlos": Kritik an Minister Grassers Malediven-Urlaub
- SP-Posch kündigt eine parlamentarische Anfrage an
- Grüne: Beispiellose Selbstüberschätzung Grassers
·Verwirrspiel um Grasser-Rückkehr
Malediven: "Niemand von der Abreise abgehalten"
·Grasser wollte nicht
vorzeitig abreisen
Freie Plätze in AUA-Flieger vorhanden gewesen
·Heftige Kritik an Auslandsaufenthalt!
Britischer Premier kehrt aus Ägypten zurück
·Die BILDER der Flut-
Katastrophe in Asien!
26. Dezember 2004: Tod, Verwüstungen und Trauer
·488 Österreicher noch immer vermisst
Zahl reduziert - Gedenken am Freitag im Parlament
·Außenministerium bittet um Mithilfe
Notruf-Hotlines: 0501-150- 4411 und 0800-222-666
·Spenden-Aufruf der
Hilfsorganisationen
Spenden-Kontonummern von Caritas, Rotes Kreuz,...
"Geschmacklos und pietätlos" angesichts über 170.000 Fluttoter findet SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos die Geschichten mit denen Finanzminister Grasser die Öffentlichkeit belästige. Für ihn drängt sich bei Grassers Ausführungen über seinen Verbleib auf den Malediven der Verdacht auf, dass der Finanzminister hier nicht wahrheitsgemäß informiert habe.
Diese Frage sei zwar zum Zeitpunkt "sicher nicht prioritär", aber nach Aufarbeitung der Katastrophe werde auch das Verhalten Grassers beurteilt werden müssen, meinte Darabos am Donnerstag - unter Hinweis darauf, dass die maledivische Regierung Grassers Darstellung widersprach, er habe auf deren Bitte seinen Urlaub nach der Flut nicht abgebrochen.
Jedenfalls wäre es, meinte Darabos, für ein Regierungsmitglied angebracht gewesen, angesichts von hunderten betroffenen Landsleuten in die Heimat und an den Arbeitsplatz zurückzukehren. "Ich werfe die rhetorische Frage auf, wie reagiert worden wäre, wenn ein führender Oppositionspolitiker so gehandelt hätte."
"Märchen": Kritik auch von den Grünen
Kritik an den "neuesten Märchen" von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) über seinen Malediven-Urlaub übte auch der Grüne Pressedienst. Seine Angaben über vorgeblich wichtige Gespräche und seine Reaktion auf die Stellungnahme der maledivischen Regierung seien "ein zynisches Zerrbild von Grassers überheblicher Eitelkeit und seiner beispiellosen Selbstüberschätzung", hieß es in einer Aussendung.
Scheuch: "Glauben ist in der Kirche wichtig"
FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch sagte auf Anfrage der APA: "Das muss Grasser mit sich selbst ausmachen." Er wolle das nicht weiter kommentieren, weil das auch "mehr als überflüssig" wäre. Auf die Nachfrage, ob er jetzt der Darstellung Grassers oder jener der maledivischen Regierung glaube, sagte Scheuch: "Glauben ist in der Kirche wichtig."
SPÖ: Posch kündigt parlamentarische Anfrage an
Der SPÖ-Abgeordnete Walter Posch kündigte eine parlamentarische Anfrage an Grasser an. Darin will er vom Finanzminister unter anderem wissen: "Wann werden Sie zurücktreten?" Aufklärung verlangt Posch in der Anfrage über die widersprüchlichen Aussagen Grassers und des Vize-Finanzministers der Malediven, Maizan Adam Manik. Außerdem fragt der SPÖ-Abgeordnete, warum Grasser seinen Urlaub nicht abgebrochen und welche konkreten Hilfsmaßnahmen er auf den Malediven ergriffen habe.
Nationalratspräsident Khol (ÖVP) sagte am Freitag im Radio- Morgenjournal des ORF, er glaube dem Finanzminister, dass er das Richtige habe machen wollen und nichts Verwerfliches getan habe. Er kenne auch so manche Kleingeister, denen man es in keiner Weise recht machen könne. (apa/red)
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