Donnerstag, 6. Jänner 2005

Hilfe deutlich aufgestockt: EU sagt 1,5 Milliarden Euro Gelder für Flutopfer zu

  • Unterstützung um 450 Millionen Euro erhöht
  • Union will Aufbau von Frühwarnsystem unterstützen

Die Europäische Union stellt insgesamt 1,5 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe und Unterstützung für den Wiederaufbau für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien und in Ostafrika zur Verfügung. Diesen Betrag gab EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Donnerstag bei der internationalen Geberkonferenz in Jakarta bekannt. Darüber hinaus stellte Barroso Kredite in Höhe von einer weiteren Milliarde Euro in Aussicht, die von der Europäischen Investitionsbank (EIB) vergeben werden könnten.

Damit haben die 25 EU-Staaten und die Europäische Kommission ihre bisherigen Hilfen für die Opfer der Flutkatastrophe um weitere 450 Millionen Euro aufgestockt. Davon sind 100 Millionen Euro für die humanitäre Soforthilfe und 350 Millionen Euro für den langfristigen Wiederaufbau der Infrastruktur in den betroffenen Ländern vorgesehen. "Die Europäer unterstützen die Menschen in Asien in dieser großen Tragödie", betonte Barroso laut einer Mitteilung der EU-Kommission.

Der EU-Kommissionspräsident und der amtierende EU-Ratsvorsitzende und luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker versprachen zudem die Unterstützung der Europäischen Union bei der Schaffung eines Tsunami-Frühwarnsystems in der Region. Barroso sagte, er begrüße auch Vorschläge zur Einrichtung einer schnellen humanitären Hilfseinheit zur Katastrophen-Reaktion der EU. Dies hatte etwa Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner vorgeschlagen.

Laut Juncker werden die EU-Außenminister bei ihrer Sondersitzung am morgigen Freitag in Brüssel über die Einrichtung eines internationalen Tsunami-Frühwarnsystems beraten. EU-Entwicklungshilfe-Kommissar Louis Michel und der für humanitäre Hilfe zuständige luxemburgische Minister Jean-Louis Schiltz wollen die Außenminister über ihre Mission in der Katastrophenregion informieren. An der Sitzung der EU-Außenminister werden zudem Spitzenvertreter der UNO-Koordinationsstelle für humanitäre Hilfen (OCHA), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF teilnehmen.

Juncker bekräftigte die Forderung der EU, wonach die UNO eine Führungsrolle bei den internationalen Hilfsmaßnahmen spielen muss. "Angesichts einer Herausforderung solchen Ausmaßes ist es nur natürlich, dass man die UNO, ihre Rechtmäßigkeit und fachliche Kompetenz beansprucht, um die Rolle eines allumfassenden Koordinators wahrzunehmen." Der EU-Ratsvorsitzende begrüßte zudem den Vorschlag des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac zur Schaffung eines schnellen humanitären UNO-Eingreiftruppe. Juncker äußerte auch Unterstützung für die Initiative des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder zur Schaffung von kommunalen und regionalen Partnerschaften zum Wiederaufbau der Katastrophengebiete in Süd- und Südostasien. (apa/red)

6.1.2005 11:24