Mittwoch, 5. Jänner 2005

Erste Gespräche zur Wiederaufbauhilfe: Koordinator Strasser erstellt Projektplan

  • "Wer für was zuständig ist und wer was braucht"
  • "Nachbar in Not" für Verdopplung der Spendengelder

Die Helfer in den von dem Tsunami betroffenen Katastrophengebieten bemühen sich derzeit, das Überleben derjenigen zu sichern, welche die Flutwelle überstanden haben. Unterdessen sind am Mittwoch in Wien Vertreter von Hilfsorganisationen und "Nachbar in Not" mit dem ehrenamtlichen Katastrophen-Koordinator für die Organisation der Hilfslieferungen und -projekte nach der Flut in Asien, Ernst Strasser, zusammengetroffen. Dabei ging es erstmals um Fragen des Wiederaufbaus, sagte der ehemalige Innenminister bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Gespräche.

Bis Ende nächster oder Anfang übernächster Woche will Strasser eine Aufstellung aller geplanten Projekte zusammentragen. Dabei geht es auch um die Frage, "wer für was zuständig ist und wer was braucht." Die Basis dafür sind Koordinationsgespräche der Bundesregierung mit den Ländern und Gemeinden, die noch Ende dieser Woche stattfinden werden. Bis Mitte der kommenden Woche sollen alle Projekte des Bundesregierung koordiniert sein.

Die von den Bundesländern zugesagte Million Euro nannte Strasser "ein ermutigendes Zeichen". Er will direkte Partner- und Patenschaften von Ländern und Gemeinden für einzelne Projekte in den Katastrophengebieten fördern. Über die professionelle Hilfe hinaus sollen auch "Brücken gebaut werden", so der Koordinator.

Prüller: Solidarität mit den Flutopfern
Franz Prüller, Vorstandsvorsitzender des Stiftungsrats von "Nachbar in Not", sagte, die Hilfsorganisationen hätten bei den Gesprächen mit Strasser Wert darauf gelegt, dass sie über die Mittel, die ihnen von den Bürgern des Landes für die Hilfe zur Verfügung gestellt wurden, autonom entscheiden könnten. Das sei auch gar nicht in Frage gestellt worden, "hier geht es darum, Kräfte zu bündeln". Er äußerte die "Erwartung in Richtung der Bundesregierung, dass ein starkes und deutliches Zeichen" für die Solidarität mit den Flutopfern gesetzt werde. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Bundesregierung das Ergebnis von 'Nachbar in Not' verdoppelt."

Ob sich Strasser für diese Forderung stark machen will, ließ er offen: Man spreche nicht über alles mit den Medien, was man tut, sagte er. Er betonte, dass seine Funktion keine politische sei, er verstehe sich auch "nicht als Vertreter der Bundesregierung". Bei allen Wiederaufbaufragen gelte für ihn zudem der Rahmen des Außenministeriums für Entwicklungshilfe. Diese wurde zuletzt heftig kritisiert, vor allem ihre Dotierung. (apa/red)

5.1.2005 11:32