Nach Tsunami: Nachbeben versetzten Überlebende in Sumatra in Panik
- Streunende Hunde griffen Kinder in Indien an
- 250 Ureinwohner auf Süd-Andaman haben überlebt
·Tsunami: Hoffnung in Asien schwindet!
Suche nach Überlebenden wird vielerorts eingestellt
·Die BILDER der Flut-
Katastrophe in Asien!
26. Dezember 2004: Tod, Verwüstungen und Trauer
·488 Österreicher noch immer vermisst
Zahl reduziert - Gedenken am Freitag im Parlament
·Außenministerium bittet um Mithilfe
Notruf-Hotlines: 0501-150- 4411 und 0800-222-666
·Identifizierung der Leichen schwierig
Internationale Teams kooperieren bei der Arbeit
·Mehr als 100 Tote: Trauriger Rekord
Bei keinem anderen Unfall mehr Österreicher tot
·Spenden-Aufruf der
Hilfsorganisationen
Spenden-Kontonummern von Caritas, Rotes Kreuz,...
·So erlebten Augen- zeugen die Todesflut
KLICKEN: Tsunami riss ganz einfach alles mit
·Tsunamis können 800 km/h erreichen
Schwerstes Erdbeben seit 40 Jahren gemessen
Der Schrecken in den Katastrophenregionen rund um den Indischen Ozean nimmt kein Ende: In der Nacht auf Donnerstag wurden vor der indonesischen Insel Sumatra zwei heftige Nachbeben der Stärke 5,6 und 6,2 registriert. Zahlreiche Bewohner der Stadt Banda Aceh stürmten in Panik auf die Straße. Berichte über neue Opfer lagen aber nicht vor. In der Provinz Aceh häufen sich zudem Fälle von Lungenentzündung. In Indien wurden mehrere Überlebende und vor allem Kinder von streunenden Hunden angegriffen.
In der Küstenstadt Nagapattinam im Unionsstaat Tamil Nadu seien am Mittwoch 30 Hunde eingeschläfert worden, sagte eine Behördensprecherin. "Sie zogen wie ein Rudel Wölfe herum und die Leute waren vollkommen verängstigt, nachdem einige von ihnen angegriffen worden waren."
Berge von Leichen in Banda Aceh
In Banda Aceh war die Bestattung der Toten elf Tage nach der Flutkatastrophe noch immer nicht abgeschlossen. Beim Bergen der Leichen mussten die Helfer Masken tragen, um den Gestank von Verwesung zu ertragen. An halb zerstörten Häusern hingen Schilder mit der Aufschrift "Hier liegen Leichen".
Indonesien: Rebellen griffen Flutopfer und Soldaten an
Zum ersten Mal seit Beginn der Rettungsmaßnahmen in Aceh wurde ein Zusammenstoß zwischen den für die Unabhängigkeit der Provinz kämpfenden Rebellen und indonesischen Soldaten bekannt. Ein Militärsprecher erklärte, an der Nordwestküste hätten Rebellen von einem Fischerboot aus auf Soldaten und Überlebende der Flutkatastrophe geschossen. Soldaten hätten drei Verdächtige festgenommen.
US-Streitkräfte werden Hilfsflüge verstärken
Die US-Streitkräfte kündigten an, sie würden ihre Hilfsflüge entlang der weitgehend verwüsteten Küsten der Insel Sumatra verstärken. Spätestens am Freitag sollten weitere Kriegsschiffe mit Hubschraubern eintreffen, so dass die Zahl der Flüge verdoppelt werden könne, sagte Oberst Dave Kelley. Immer wieder würden die Piloten in von der Außenwelt abgeschnittenen Dörfern noch Überlebende entdecken.
Gute Nachricht: Ureinwohner melden sich
Eine gute Nachricht kam am Donnerstag auch von der zu Indien gehörenden Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren: Mitglieder des Urvolkes Dscharawa meldeten sich auf der Insel Süd-Andaman bei den Behörden und erklärten, alle 250 Mitglieder ihres Stammes hätten überlebt. Zuvor war befürchtet worden, dass die Dscharawa, die Experten zufolge zu den ältesten noch lebenden Stämmen der Erde zählen, von der Flutkatastrophe ausgelöscht worden sein könnten.
Auch von den rund 100 auf den Andamanen lebenden Onge haben nach Behördenangaben mindestens 73 überlebt. Selbst auf der nur wenige Meter hohen Insel North Sentinel müssen zumindest einzelne Ureinwohner die Flut überstanden haben: Ein Offizier der indischen Küstenwache berichtete, dass sein Helikopter bei einem Aufklärungsflug von einem nackten Sentinelesen mit einem Pfeil beschossen wurde. Von den Nikobaren, wo 30.000 der 42.000 Einwohner zur Urbevölkerung zählen sind, gibt es nur wenig gesicherte Nachrichten.
Schwangere Frau gerettet
Bei einer fünf Tage nach der Flutkatastrophe wie durch ein Wunder aus dem Meer geretteten Frau wurde unterdessen eine Schwangerschaft festgestellt. Das Baby soll in sechs Monaten zur Welt kommen. "Ich bin froh und dankbar", sagte die 24-jährige Indonesierin. Der Vater des Kindes war mit ihr ins Meer geschwemmt worden und ist wahrscheinlich ertrunken.
WHO befürchtet 150.000 Seuchen-Opfer
Angesichts des akuten Trinkwassermangels warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einer dramatischen Seuchengefahr. Wenn nicht bis Ende der Woche alle Menschen mit sauberem Wasser versorgt seien, könne sich die Zahl der Tsunami-Opfer verdoppeln, sagte WHO-Generaldirektor Lee Jong Wook. Seine Organisation brauche 60 Millionen Dollar (45,4 Mio. Euro), um die fünf Millionen betroffenen Menschen zu versorgen.
Noch sei es zu keinem Ausbruch von Seuchen gekommen, sagte Jong Wook. "Aber für 150.000 Menschen ist das Risiko extrem groß." Die WHO sei sehr besorgt, dass die Versorgung mit dem Nötigsten auch zehn Tage nach der Flutkatastrophe nicht sichergestellt sei. Besonders alarmierend seien die Probleme in der indonesischen Provinz Aceh und an der Ostküste von Sri Lanka. Die Vereinten Nationen kündigten an, allein auf Sumatra Auffanglager für 500.000 Menschen aufzubauen. Die katastrophalen Flutwellen haben nach jüngsten Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 200.000 Menschen in den Tod gerissen.
Powell: "Noch nie so etwas gesehen"
US-Außenminister Colin Powell machte sich selbst ein Bild von den Verwüstungen in Indonesien. Den Horror, den der Tsunami über die Menschen gebracht habe, könne er noch immer nicht fassen, sagte er nach einem Flug entlang der Westküste der Provinz Aceh. "Ich war im Krieg, ich habe viele Hurrikans, Tornados und Hilfseinsätze erlebt, aber ich habe noch nie etwas Derartiges gesehen." (apa/red)
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