Nach Flut-Tragödie: Ex-Minister Strasser
wird Koordinator für Katastrophenhilfe!
- Schüssel weist Kritik am Krisenmanagement zurück
- "Österreich wird wohl 400 Opfer zu beklagen haben"
·Steuerreform-Tipps über Flut-Hotline?
Makabere Verwechslung der Bundesregierung
·488 Österreicher noch immer vermisst
Zahl reduziert - Gedenken am Freitag im Parlament
·Thailand: Hotlines für Angehörige
Thailändische Regierung gibt Auskunft über Urlauber
·Sri Lanka: Hotlines und Website
Infos für Angehörige über Touristen
·Außenministerium bittet um Mithilfe
Notruf-Hotlines: 0501-150- 4411 und 0800-222-666
·Mehr als 100 Tote: Trauriger Rekord
Bei keinem anderen Unfall mehr Österreicher tot
·Überblick: Anzahl getöteter Ausländer
Offizielle Angaben aus den Heimatländern der Opfer
·Tsunami: Hoffnung in Asien schwindet!
Suche nach Überlebenden wird vielerorts eingestellt
·Identifizierung der Leichen schwierig
Internationale Teams kooperieren bei der Arbeit
Der Mitte Dezember zurückgetretene Innenminister Ernst Strasser (V) wird Koordinator für die Katastrophenhilfe Österreichs in Südost-Asien. Strasser solle im Rahmen von "Nachbar in Not" die Hilfe koordinieren und dafür sorgen, dass "die Hilfe Österreichs in der Region sichtbar wird", erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V).
Strasser möchte damit "einen Beitrag leisten". Er sieht derzeit den Zeitraum für diese Funktion bei "einigen Wochen"; es werde "sich zeigen", wie lang dies nötig sei. Allerdings betonte er auch, dass er seine berufliche Tätigkeit "im zweiten Quartal 2005" beginnen wolle.
400 Opfer zu beklagen?
Die Kritik am Krisenmanagement der Regierung wies Schüssel ebenso zurück wie die Kritik daran, dass die Finanzhilfe Österreichs im Vergleich zu vergleichbaren Staaten gering ausfalle. Zur Opferzahl meinte Schüssel, es könne sein, dass Österreich letztlich rund 400 Opfer zu beklagen haben werde.
Strasser habe ihn vergangene Woche angerufen und sich für eine solche Aufgabe angeboten, erklärte Schüssel. Dem früheren Innenminister werde ein Büro zur Verfügung gestellt und die Spesen ersetzt, er verzichte aber auf Honorar - wobei freilich die Weiterzahlung für seine Ministerzeit noch laufe.
Als "korrekte Zahlen" für Österreichs Finanzhilfe führte Schüssel sieben Millionen Euro von der Bundesregierung, eine Mio. von den Ländern sowie rund zehn Mio. Euro an Spenden aus der Bevölkerung an. Außerdem trage Österreich indirekt als Nettozahler zur EU-Hilfe zehn bis zwölf Mio. Euro bei.
Missverständliche Hotline funktioniert "klaglos"
Dass die Regierung derzeit in den Zeitungen großflächige Inserate zur Steuerreform, Pensionsharmonisierung oder zum Gedenkjahr schaltet, verteidigte Schüssel: Man sollte "wichtige Information für die Bürger" nicht gegen solidarische Hilfe ausspielen, die auch "sehr viel höher" ausfallen werde als die Information. Auch Kritik daran, dass die Opfer-Hotline der Regierung die selbe Nummer hat wie die Hotline zur Steuerreform, ließ er nicht gelten: Es gebe eine zentrale Nummer für Bürger - und die Aufteilung der Anrufe funktioniere "klaglos".
"Eigentlich für sehr gescheit" hält es Schüssel, dass Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) seinen Urlaub auf den Malediven fortsetzte, dagegen sei "überhaupt nichts einzuwenden". Damit habe er er "wo möglich" nicht einen Platz im Flugzeug für andere aufgebraucht. Zudem hätten die Außenministerin und er, Schüssel, die Sache "hervorragend gemanagt", sagte Schüssel, unter Hinweis darauf, dass er selbst "keine Stunde auf Urlaub gewesen" sei. (apa/red)
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